Seit inzwischen mehr als neun Jahren haben Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland Anspruch auf Elternzeit zur Betreuung und Erziehung ihres Kindes. Nach anfänglicher Kritik hat sich das System inzwischen etabliert und wird von immer mehr Arbeitnehmer/innen genutzt. Zwar wird Unternehmen durch die Elternzeit mehr Flexibilität abverlangt, gesamtgesellschaftlich gesehen hat die Einführung jedoch eine Reihe positiver Effekte zur Folge.

Höhere Flexibilität gefordert

Bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres eines Kindes können Eltern ihr Arbeitsverhältnis ruhen lassen. In der Zwischenzeit wird das Familieneinkommen durch ein Elterngeld sichergestellt, das je nach vorherigem Einkommen zwischen 300 Euro und 1.800 Euro liegt. Nach Beendigung der Elternzeit lebt das Arbeitsverhältnis zu alten Konditionen wieder auf. Unternehmen fordert die Elternzeit bei der Personalplanung entsprechende Flexibilität ab. Es gilt Vertretungskräfte zu finden und einzuarbeiten. Dabei können mitunter auch Reibungsverluste auftreten, beispielsweise infolge von Fehlbesetzungen. Auch muss man gute Interimsmitarbeiter nach Rückkehr der festangestellten Eltern häufig wieder ziehen lassen.

Zu Beginn kritisiert, inzwischen etabliert

Anfänglich sah sich das Modell der Elternzeit einer Vielzahl von Kritikpunkten ausgesetzt: so wurden die gesetzlichen Regelungen beispielsweise als zu starr und unflexibel empfunden. Kleinere Unternehmen bemängelten es könne zu Engpässen kommen, wenn gleich mehrere Mitarbeiter gleichzeitig in Elternzeit gehen. Inzwischen ist das Modell jedoch etabliert und wird von immer mehr Arbeitnehmer/innen in Anspruch genommen. So auch bei der Star Finanz. Allein in den letzten beiden Jahren gingen insgesamt 23 Mitarbeiter in Elternzeit, davon 16 Männer. Nach ihrer Rückkehr sind alle Mitarbeiter/innen wieder in ihrer alten Position in das Unternehmen eingestiegen. In diesem Jahr sind bisher acht Mitarbeiter/innen in Elternzeit gegangen, sieben davon ebenfalls wieder männlich. Für 2017 wurden aktuell bereits drei Elternzeiten eingereicht.

Familienfreundliche Unternehmen gefragt

Die Vorteile der Elternzeit sind vielfältig: Frauen bleiben der Arbeitswelt wesentlich kontinuierlicher erhalten. Auf der anderen Seite wünschen sich Väter mehr Beteiligung an der Erziehungsleistung des Kindes und bleiben dementsprechend häufiger mit dem Kind zu Hause. Dies zeigen auch die Erfahrungen bei der Star Finanz. Deutschlandweit liegt der Anteil der Väter, die Elternzeit nehmen inzwischen bereits bei gut einem Viertel – Tendenz steigend. Vor diesem Hintergrund ist das Interesse der Unternehmen in den letzten Jahren spürbar gestiegen, die Auszeit und den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben durch flexible Modelle möglichst einfach zu gestalten.

Unternehmen von heute müssen deutlich familienfreundlicher agieren als in der Vergangenheit und Mitarbeiter/innen entsprechende Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bereitstellen. Laut der Publikation „Neue Vereinbarkeit“ der Strategieberatung Roland Berger lassen sich daraus positive Effekte ableiten, beispielsweise den Rückgang von Fehlzeitenquoten, aber auch was die Themen Motivation der Mitarbeiter/innen oder Qualität der Arbeit anbelangt. Nicht zuletzt besteht für Unternehmen die Gefahr, Arbeitskräfte zu verlieren, sollten keine flexiblen Angebote vorhanden sein. Im inzwischen hart umkämpften Markt für Fachkräfte können sich Unternehmen dies kaum noch leisten.

Teilen:

Über den Autor

Dana ist Leiterin Personal bei der Star Finanz. Wenn sie sich nicht gerade um Themen wie Personalmarketing, Recruiting, Personalentwicklung, Organisation von Weiterbildungsmaßnahmen oder Events kümmert, ist Dana sportlich (Triathlon) unterwegs oder auf Reisen – gern auch in Kombination.

Kommentar hinterlassen