Die Art und Weise wie Verträge zustande kommen, Bankgeschäfte ablaufen, Urheberrechte verwaltet oder Grundbücher gehandhabt werden, könnte durch eine neue Technologie revolutioniert werden: Blockchain. Das Verfahren basiert auf der Transaktion mit Bitcoin, verspricht aber noch viel mehr. Vereinfacht gesagt handelt es sich bei Blockchain um ein dezentral geführtes, digitales Kontobuch. Die Daten der Transaktionen zwischen Computern sind auf vielen Rechnern verteilt gespeichert. In diesem Datenpool sind die Transaktionen aller Menschen, die etwas mit Bitcoin bezahlt haben, festgehalten und er wächst mit jeder weiteren durchgeführten Transaktion.

Große Erwartungen aus vielen Branchen

Die Hoffnung vieler Kreativer liegt darin, die Technik künftig nicht nur für schnellen und kostengünstigen monetären Transfer zu nutzen. Die Möglichkeit diverse Finanzprodukte ohne einen Vermittler bewegen zu können, motiviert Programmierer, Banken und sogar Länder dazu, an Methoden zu feilen, um sie für sich anwendbar zu machen. Im Finanzsektor haben sich beispielsweise unter dem Namen „R3“ mehrere Banken zusammengeschlossen. Mit dabei sind neben J. P. Morgan und Credit Suisse auch die Deutsche Bank und die Commerzbank. Insgesamt haben sich 42 Banken zusammengetan, um Standards zu entwickeln. Viele Banken wie die UBS oder die Deutsche Bank haben darüber hinaus eigene Projekte: Sie forschen, wie sie die Technik für transparente Transaktionen zwischen Computern nutzen können. Das Prinzip ließe sich dann auch auf den An- oder Verkauf von Häusern, Autos oder Aktien übertragen.

Hürden der neuen Technologie

Kritisch beäugt wird die Tatsache, dass Blockchain es grundsätzlich nicht ermöglicht eine Fehltransaktion direkt rückgängig zu machen, denn dafür wird die Zustimmung aller Beteiligten am Transaktionsvorgang benötigt. Zudem fehlt bislang der rechtliche Rahmen für eine solch umfassende Änderung im Vertragswesen. Es muss geklärt werden, wie sich Gesetze digitalisiert und autonom umsetzen lassen oder wie eine Rechtsprechung in Fällen mit automatischen Verträgen aussieht.

Fazit
Die ersten Anwendungen basierend auf Blockchain werden voraussichtlich bereits 2017 auf den Markt kommen. Durch den Verzicht auf einen Mittelsmann werden es Banken in diesem Verfahren schwer haben ihre Funktionalität, wie bislang, auf dem Markt zu positionieren. Insider gehen deswegen davon aus, dass es die Geschäftsmodelle von Banken zwar nicht zerstören, aber grundlegend verändern wird. Die Daten- und Cyber-Sicherheit ist im Rahmen von Blockchain ebenfalls noch nicht abschließend getestet.

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Über den Autor

Bernd ist seit 2001 Geschäftsführer bei der Star Finanz und seit 2014 Vorsitzender der Geschäftsführung. Er ist stets auf der Suche nach Trends und innovativen Lösungen rund um die Themen Finanzen, Banking und Payment. Abseits des Büros ist Bernd leidenschaftlicher Anhänger des 1. FC Köln.

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