Jede Generation besitzt ihre eigenen Werte, Gewohnheiten und Erwartungen was Payment betrifft. So auch im Falle der Generation Y, also Menschen, die um das Jahr 2000 geboren wurden und die häufig auch als Millennials oder Digital Natives bezeichnet werden. Sie sind in einer weitestgehend vernetzten und digitalen Welt aufgewachsen und erwarten dementsprechend auch einen reibungslosen Zahlungsverkehr, der idealerweise ohne Medienbrüche auskommt. Komfort und Schnelligkeit stehen dabei im Fokus. Der Aspekt Sicherheit ist für diese Menschen weiterhin wichtig, aber kein entscheidendes Kriterium. Vielmehr wird Sicherheit als gegeben vorausgesetzt.

Laut einer Studie von Jupiter Research knacken mobile Zahlungen bis 2018 weltweit die Grenze von 100 Milliarden Euro, mit Apple Pay an der Spitze. Doch Apple ist längst nicht das einzige Unternehmen, dass seine Fühler in Richtung Payment ausstreckt. So können Nutzer von Facebook in den USA bereits seit längerem über dessen Messenger Geld senden. Auch Google bietet seit März in den Vereinigten Staaten die Möglichkeit, per Gmail-App Geld zu transferieren. Wann die entsprechenden Funktionen auch in Deutschland zur Verfügung stehen, darüber kann aktuell zwar nur spekuliert werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass mittel- bis langfristig entsprechende Angebote auch hierzulande auf den Markt kommen.

Der Anspruch der Tech-Giganten wie Google, Apple, Facebook oder Amazon (GAFA) ist dabei nicht, die Daseinsberechtigung von Banken per se in Frage zu stellen. Vielmehr schaffen sie eine eigene Plattform-Ökonomie, in der Kunden Dienstleistungen zur Verfügung gestellt werden, die diese im täglichen Leben benötigen, wie bspw. Payment. Der Kunde soll sich idealerweise nur auf der eigenen Plattform bewegen und diese nicht für den Bezahlvorgang verlassen müssen. Einfache und komfortable Bedienung lautet das Credo. So hat bspw. Apple mit Einführung der neuen MacBook Pros für Kunden in den USA die Möglichkeit geschaffen, bequem im Web einzukaufen und mittels Touch Bar über den Fingerabdruck per Apple Pay zu bezahlen. Der eigentliche Bezahlvorgang wird dem Kunden also so einfach wie möglich und so sichtbar wie nötig präsentiert. Damit zielt Apple genau auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Generation Y ab.

In Anbetracht dieser Entwicklungen stehen Banken vor der Herausforderung, innovative Strategien und Produkte für eine zunehmend digital geprägte Nutzerschaft zu entwickeln. Nur wenn dies gelingt, kann nachhaltig digitale Kundennähe aufgebaut werden. Einfache Bedienbarkeit und die User Experience sollten dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Es wird spannend zu beobachten sein, welche Schritte als nächstes folgen und wie etablierte Finanzhäuser der zunehmenden Konkurrenz seitens der Tech-Giganten mittel- bis langfristig begegnen.

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Über den Autor

Christian ist seit 2011 Geschäftsführer bei der Star Finanz und verantwortet u.a. die Bereiche Markt und Finanzen. Beruflich und privat ist er leidenschaftlich interessiert an Banking- und Payment-Themen und vor diesem Hintergrund umfassend über aktuelle Entwicklungen und Trends informiert. Abseits des Büros engagiert sich Christian beim Kolpingwerk, ein katholischer Sozialverband, der sich u.a. um Jugendarbeit und soziale Projekte kümmert. Darüber hinaus verstärkt er die Tischtennis-Kreisligamannschaft seiner Heimatstadt, wenn es der Terminkalender zulässt.

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