Enthusiasten sehen in ihr die Payment-Revolution des 21. Jahrhunderts, Skeptiker verweisen auf die Gefahr missbräuchlicher Nutzung, und sogar Banken und Regierungen setzen sich vermehrt mit der Technologie auseinander: Die Kryptowährung Bitcoin ist wohl eine der bekanntesten digitalen Innovationen der letzten Jahre. Schafft sie in naher Zukunft den Sprung zum ernstzunehmenden Zahlungsmittel, kann sie für den E-Commerce zur Chance und für Kreditkarte, Paypal, giropay und Co. zur großen Konkurrenz werden.

Handel im Internet wird fast ausschließlich über Banken, Kreditinstitute und andere etablierte Anbieter wie Paypal oder giropay abgewickelt. Ihnen wird Vertrauen entgegengebracht und sie schützen, bis zu einem gewissen Grad, vor Betrug. Bereits im Jahr 2008 entwickelte Satoshi Nakamoto ein dezentrales Peer-to-Peer Zahlungssystem, das versucht, diese Dominanz im Bereich des Internethandels anzufechten. Fast zehn Jahre später wird Bitcoin zwar von immer mehr Online-Shops als Zahlungsmittel akzeptiert, aber Anzeichen für eine Etablierung als gängiges direktes Zahlungssystem zwischen Sender und Empfänger fehlen noch. Bitcoin steht nun vor der Herausforderung, eine breite Akzeptanz für die digitale Währung zu schaffen.

Großer Zuwachs, großes Potential
Die Entwicklung der letzten Jahre ist vielversprechend. Global betrachtet ist das Interesse nach wie vor groß – erst kürzlich stieg der Wert eines Bitcoins auf fast 3.000 US-Dollar. Inzwischen kann sich einer von vier Internetnutzern vorstellen, in Zukunft mit Bitcoins zu bezahlen.[1] Eine aktuelle Umfrage der Universität Cambridge besagt zudem, dass es insgesamt drei bis fünf Millionen aktive Bitcoin-Nutzer auf der Welt gibt, Tendenz steigend.[2]

Erste Anbieter wie die Gaming-Plattform Steam, WordPress oder die Marketplaces von Microsoft Windows und Xbox haben auf die gestiegene Nachfrage der mehrheitlich jüngeren User reagiert und das Zahlungsmittel-Portfolio um Bitcoins erweitert. Das größte Potential für die Technologie gibt es indes in den Entwicklungs- und Schwellenländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas. Mehr als 40 Prozent der erwachsenen Online-Nutzer in Nationen wie Indien, den Philippinen und Indonesien, wo der Zugang zu Finanzinstitutionen in einigen Regionen nach wie vor schwierig ist, beabsichtigen Bitcoin in der Zukunft zu verwenden. Überall dort, wo E-Commerce und Internet-Anschlussquote steigen, sind die Chancen für die Kryptowährung substantiell.

Bitcoin-Verwaltung: in- oder extern?
Ganz praktisch stellt die Verwaltung von Bitcoin-Zahlungen Online-Händler vor neue Herausforderungen. Schließlich ist eine interne Lösung mit einigem programmiertechnischem Aufwand verbunden. Das Fachwissen, das für die Implementierung eines voll funktionsfähigen und insbesondere zuverlässigen Systems notwendig ist, kann nicht von jedem E-Commerce-Unternehmen aufgebracht werden. Obwohl bereits Programme existieren, die dem Programmierer erheblichen Arbeitsaufwand abnehmen, ist ein fundiertes Verständnis von Datenbanksystemen und Web-Programmiersprachen notwendig. Das Auslagern der Verwaltung von Bitcoins an externe Dienstleister kann daher besonders für kleine E-Commerce-Unternehmen eine attraktive Alternative zur eigenen Verwaltung darstellen.

[1] http://bit.ly/2szX7wF
[2] https://www.jbs.cam.ac.uk/fileadmin/user_upload/research/centres/alternative-finance/downloads/2017-04-20-global-cryptocurrency-benchmarking-study.pdf

 

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Über den Autor

Marco ist Prokurist sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Vertrieb bei der Star Finanz. Er interessiert sich für alle Themen und Lösungen rund um Online- und Mobile-Banking – sowohl auf Privat- als auch Firmenkundenseite. Marco ist seit über 15 Jahren beim Hamburger Softwareunternehmen tätig und teilt seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit anderen. Außerhalb des Büros feiert und leidet er leidenschaftlich mit dem HSV.

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