Virtual Reality (VR) zählt zweifelsohne zu den digitalen Top-Trends des Jahres. Nicht nur bei Spielen, sondern auch in der Industrie, Medizin und verstärkt auch im E-Commerce kommt die neue Technologie zum Einsatz. Mit virtuellen Stores, Showrooms und Umkleiden versuchen Online-Händler ihre Produkte noch besser an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Die Chancen hierfür stehen nicht schlecht, denn auf Käuferseite ist das Interesse an VR-Angeboten durchaus gegeben.

Deutsche offen für VR-Angebote
Laut einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts ipsos zeigen sich mit 52 % über die Hälfte der Deutschen offen für VR-Erlebnisse beim Einkaufen, bei der Gruppe der sogenannten Millennials (18-35-Jahre) ist das Interesse besonders groß.[1] Auch auf Händlerseite besteht hohes Interesse an der erfolgreichen Implementierung entsprechender VR-Angebote. Damit verbunden ist die Hoffnung, eine bis dato bestehende Hürde zu überwinden, die ein noch größeres Wachstum im E-Commerce verhindert: Der Wunsch vieler Kunden, das, was sie kaufen, vorher auch anfassen und anprobieren zu können. Aus diesem Grund bieten erste Händler die Möglichkeit, Artikel online zu testen, bspw. über virtuelle Umkleidekabinen. Mit Hilfe von VR können Kleidungsstücke anprobiert und, analog zum Einkaufserlebnis in einem stationären Laden, in einer 360-Grad-Ansicht betrachtet werden. Ein weiteres Angebot sind virtuelle Geschäfte. Hier kann sich der potenzielle Käufer „frei“ bewegen und analog zur realen Welt in den Regalen stöbern. Aus Händlersicht bestehen hier deutlich größere Cross- und Upselling-Chancen als mit einer statischen 2D-Produktseite. Insgesamt bieten derartige Angebote Händlern die Möglichkeit, Käufern ein emotionales und physisches Erlebnis mit den Produkten zu bieten.

Marktführer gehen voran
Trotz der enormen Chancen verfolgen derzeit in erster Linie globale Player die Entwicklung von VR-Angeboten. Der Grund hierfür sind die hohen Kosten, die damit verbunden sind. Der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba präsentierte jüngst mit der App Buy+ als eines der ersten Unternehmen eine virtuelle Shopping-Möglichkeit. Per Smartphone und günstigem Cardboard VR-Headset können Kunden in der virtuellen Mall einkaufen oder auch berühmte Kaufhäuser wie bspw. Macy´s in New York besuchen, ohne dafür die eigene Wohnung verlassen zu müssen. Die Bezahlung der Einkäufe erfolgt in Echtzeit und ohne Medienbruch über Alipay. Allein in der ersten Stunde nach Launch der App verzeichnete Alibaba 30.000 Zugriffe. Auch Konkurrent Amazon hat seine Fühler längst in Richtung VR ausgestreckt und plant den Aufbau einer umfangreichen Virtual-Reality-Plattform. Hier will das Unternehmen seinen Kunden vor allem Produkte präsentieren, die bislang nur bedingt über den Online-Verkauf funktionieren, wie bspw. Möbel oder Haushaltsgeräte.

Obwohl die Entwicklung noch vergleichsweise am Anfang steht, hat VR insgesamt betrachtet das Potenzial, zu einem Massenmarkt heranzureifen. Auch der E-Commerce könnte durch die neue Technik nachhaltig verändert werden. In Zukunft ist es möglich, Produkte virtuell noch besser und intensiver zu präsentieren. Dadurch kann VR einerseits helfen, die Abschlussrate zu optimieren und andererseits einen wesentlichen Kostenpunkt auf Händlerseite weiter zu reduzieren: die Retourenquote.

Quellen:
[1] http://bit.ly/2syEiu0

 

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Über den Autor

Marco ist Prokurist sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Vertrieb bei der Star Finanz. Er interessiert sich für alle Themen und Lösungen rund um Online- und Mobile-Banking – sowohl auf Privat- als auch Firmenkundenseite. Marco ist seit über 15 Jahren beim Hamburger Softwareunternehmen tätig und teilt seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit anderen. Außerhalb des Büros feiert und leidet er leidenschaftlich mit dem HSV.

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