Im Zuge der Digitalisierung finden in vielen Bereichen des täglichen Lebens teils gravierende Veränderungsprozesse statt. Dies trifft auch auf das Thema Finanzen zu – egal ob Payment, Banking oder auch Trading. Es drängen vermehrt neue Anbieter auf den Markt, die entlang ihres Dienstleistungsangebotes Nutzern mitunter eine neue Art der Teilhabe ermöglichen. Ein Beispiel hierfür ist der Aktienhandel. Anbieter von Online-Plattformen verknüpfen den Börsenhandel und soziale Netzwerke miteinander, die Geburtsstunde des Social Tradings.

Unterschiedliche Angebote
In Deutschland gibt es inzwischen eine Reihe unterschiedlicher Anbieter solcher Plattformen. Die bekanntesten Namen lauten ayondo, eToro und wikifolio. Das Grundprinzip ist bei allen Anbietern gleich: Über die Plattform lassen sich private Anleger von Händlern Tipps für Investitionen geben. Gehandelt werden können Indizes, Devisen, Rohstoffe oder Aktien. Über die Plattform werden die Handelssignale von Top Tradern frei öffentlich gemacht und sind somit für jeden Nutzer kostenlos einseh- und abbildbar. Bei ayondo lassen sich die Trading Signale automatisiert auf dem eigenen Handelskonto ausführen. Alle Aktivitäten der Top Trader laufen dann über das eigene Konto, was zweifelsohne nicht ohne Risiko ist. Maximal fünf Trader können ausgewählt werden. Der Nutzer stellt sich auf diese Art und Weise sein eigenes Social Trading Portfolio zusammen. Zur Risikominimierung lassen sich bspw. Stop-Loss-Kurse festlegen und natürlich kann der Nutzer einen Teil des Portfolios auf Wunsch in Eigenregie managen.

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt wikifolio, seit 2011 auf dem Markt. Nach der Anmeldung entwirft der Nutzer zunächst ein eigenes Portfolio. Dieses kann er publizieren und somit anderen, potenziellen Investoren präsentieren, muss es jedoch nicht. Entscheidet er sich für die Veröffentlichung und schafft er es, in den ersten drei Wochen mindestens zehn weitere Nutzer von seinem Investitionsansatz zu überzeugen, sodass diese gemeinsam bereit wären 2500 Euro anzulegen, dann gilt das Portfolio als „investierbar“. Anschließend wird das Portfolio in ein gewöhnliches Handelszertifikat umgewandelt. Hierfür arbeitet die Plattform mit externen Dienstleistern zusammen. Andere Nutzer können das Zertifikat dann erwerben und so an der Entwicklung partizipieren.

Drum prüfe wer sich bindet
Mitmachen kann beim Social Trading prinzipiell jeder. Wer nicht gleich echtes Geld anlegen möchte, kann sich ein privates Portfolio einrichten und erste Erfahrungen mit dem Thema Aktienhandel und Börse allgemein sammeln, unter mehr oder weniger realen Bedingungen. In der Regel verlangen die Plattformen keinen besonderen Nachweis über die Qualifikation der Trader. Dessen sollte man sich immer bewusst sein, bevor man sein Geld investiert. Der fehlende Qualifikationsnachweis ist einer der größten Kritikpunkte an Plattformen für Social Trading. Diese seien für seriöse und nachhaltige Geldanlagen nicht geeignet. Allerdings geltenn in der Online-Welt die gleichen Regeln wie im realen Leben. Wer sein Geld investiert, sollte sich im Vorfeld auch immer kritisch mit der Strategie des Traders bzw. mit den gehandelten Aktien, Devisen, Rohstoffen, Zertifikate oder Indizes auseinandersetzen.

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Über den Autor

Marco ist Prokurist sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Vertrieb bei der Star Finanz. Er interessiert sich für alle Themen und Lösungen rund um Online- und Mobile-Banking – sowohl auf Privat- als auch Firmenkundenseite. Marco ist seit über 15 Jahren beim Hamburger Softwareunternehmen tätig und teilt seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit anderen. Außerhalb des Büros feiert und leidet er leidenschaftlich mit dem HSV.

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