Seit einigen Jahren befindet sich der Bankensektor in einem nachhaltigen Veränderungsprozess. Während sukzessiv neue Anbieter, insbesondere FinTechs, mit neuen Geschäftsmodellen in den Markt eintreten, kämpfen etablierte Institute mit zunehmender Regulierung und angesichts der Niedrigzinsphase mit herausfordernden Rahmenbedingungen. Hinzu kommt die Notwendigkeit, sich für die digitale Zukunft fit zu machen. Damit verbunden sind zusätzliche Aufwände u.a. in den Bereichen IT und Infrastruktur. Dies wirkt sich entsprechend auch auf die Ergebnislage aus. Institute müssen daher ihre Anstrengungen erhöhen und neue Angebote entwickeln, die den Kunden echte Mehrwerte bieten und sich positiv auf die eigene Ertragslage auswirken. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Thema Big Data bzw. Advanced Analytics zunehmend an Bedeutung.

Kundenzufriedenheit verbessern
Banken verfügen über einen enormen Datenschatz, der bis dato jedoch noch wenig genutzt wurde. Advanced Analytics, intelligente Auswertungen vorhandener Daten durch Software, eröffnen die Möglichkeit, Bedürfnisse von Kunden noch besser zu verstehen und einzelne Kundengruppen gezielt anzusprechen. Infolgedessen können Finanzprodukte passgenau auf einzelne Kundensegmente zugeschnitten werden, wodurch sich mittel- bis langfristig die Kundenzufriedenheit verbessert. Institute haben zudem die Möglichkeit, Risiken bspw. bei der Kreditvergabe besser einzuschätzen und eigene Prozesse weiter zu optimieren.

In Lebenssituationen präsent sein
Big Data hat zudem das Potenzial ein essentieller Baustein einer digitalen Bank zu sein. Ein Großteil der Bankkunden ist heute über verschiedene Kanäle unterwegs. Sei es das Telefonat mit dem Berater, mobil per Smartphone und App oder Zuhause beim Online-Banking über Software bzw. den Internetbrowser. Dank der Analyse von Daten können Institute den einzelnen Kunden über dessen bevorzugte Kanäle eng begleiten und gezielt in unterschiedlichen Situationen ansprechen. Im Vergleich zu den neuen FinTechs haben etablierte Institute wie bspw. die Sparkassen dabei zwei wesentliche Vorteile: Einerseits genießen sie in der Regel ein hohes Vertrauen beim Kunden und andererseits profitieren sie von einem starken Branding.

Dank Big Data und Advanced Analytics verfügen Finanzinstitute über wirkungsvolle Instrumente, um Daten aus jedem einzelnen Kundenkontakt zu extrahieren, zu sammeln, zu verarbeiten und als nützliche Information zugänglich zu machen. Bisher wird das enorme Potenzial noch sehr begrenzt genutzt. Dabei haben Banken und Sparkassen die große Chance, durch einen Informationsvorsprung zusätzliche Erlösquellen zu generieren, die ansonsten zu versiegen drohen. Diese Chance gilt es zu greifen und nachhaltig für sich zu nutzen.

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Über den Autor

Marco ist Prokurist sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Vertrieb bei der Star Finanz. Er interessiert sich für alle Themen und Lösungen rund um Online- und Mobile-Banking – sowohl auf Privat- als auch Firmenkundenseite. Marco ist seit über 15 Jahren beim Hamburger Softwareunternehmen tätig und teilt seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit anderen. Außerhalb des Büros feiert und leidet er leidenschaftlich mit dem HSV.

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