In den ersten beiden Teilen unserer Instant-Payment-Serie haben wir uns mit den Vor- und Nachteilen der Zahlungsmethode befasst und erklärt, wie das Geld innerhalb weniger Sekunden vom Sender zum Empfänger kommt. Im dritten und letzten Teil unserer Serie sehen wir uns die Herausforderungen an, die dazu führen, dass sich das neue SEPA-Verfahren im europäischen Raum bisher eher langsam verbreitet.

Langsamer Start für schnelle Bezahlmethode

Wie im letzten Beitrag besprochen, werden Instant-Payment-Überweisungen über eine automatische Clearing-Stelle abgewickelt. Ein Beispiel ist TIPS von der Europäischen Zentralbank, die es möglich macht, Bezahlungen in Sekundenschnelle zu bearbeiten. Innovation und Fortschritt kommen jedoch meist zu einem bestimmten Preis. Im Falle des Instant Payments ist dieser für die Banken und Unternehmen recht hoch, denn es muss einiges umgestellt werden.

Hohe Kosten für alle Beteiligten

Um den Kunden die neue Zahlungsmethode zur Verfügung stellen zu können, muss die gesamte IT der Banken sowie der Unternehmen umstrukturiert werden. Das umfasst beispielswiese das Liquiditäts- und Forderungs-Management. Da mit dem neuen SEPA-Verfahren Zahlungen in Echtzeit übermittelt werden, müssen die Systeme bei Banken und Unternehmen zu jeder Zeit verfügbar sein – das Einführen neuer Infrastrukturen oder die Erstellung von Schnittstellen ist entsprechend kostspielig. Genaue Zahlen sind bisher nicht verfügbar. Der Sparkassenverband rechnet jedoch bspw. mit einer Summe von ungefähr 20 Millionen Euro[1].

Instant im Minus

Für Banken und Unternehmen stellt sich bei Instant Payment zudem eine weitere Herausforderung. Die Betragsgrenze von derzeit 15.000 Euro macht die Bezahlmethode für B2B-Zahlungen mit höheren Beträgen untauglich. Gleichzeitig bietet sie aber auch Schutz vor plötzlich veränderten Guthabenpositionen, die in Zeiten von Negativzinsen auch an Wochenenden schnellstmöglich umgeschichtet werden sollten. Im B2C-Bereich hat die Otto Gruppe zusammen mit der Hanseatic Bank als erstes Unternehmen in Deutschland eine eigene Schnittstelle entwickelt, die Instant Payment empfangen und verarbeiten kann. Auf Kundenseite stellt sich hier jedoch, zumindest für manche, ein weiteres Problem: Denn die Überweisung ist bei einigen Banken kostenpflichtig. So können auf den Sender Kosten, je nach Kontomodell, von einigen Cents bis zu fünf Euro zukommen. Selbst das Empfangen kann bis zu 50 Cent kosten.

Momentan sind Banken noch nicht dazu verpflichtet, Instant Payment einzuführen. Der Trend ist aber eindeutig: Menschen wollen nicht nur Nachrichten, sondern auch ihr Geld in wenigen Sekunden empfangen und versenden. Eines ist daher klar: Wenn all diese Hürden überwunden sind, steht Instant Payment als Bezahlverfahren der Zukunft nichts mehr im Wege.

[1] https://www.konto.org/ratgeber/allgemein/instant-payment/#wann-kommt-die-sepa-echtzeitueberweisung-instant-payment-und-was-kostet-sie

Die ersten beiden Beiträge unserer Serie zum Thema Instant Payment kannst du hier und hier nachlesen.

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Über den Autor

Thomas ist in der Unternehmenskommunikation der Star Finanz für Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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