Digitale Versicherungs-Start-ups, sogenannte InsurTechs, sammelten im vergangenen Jahr bei Investoren eine Rekordsumme von rund 6,4 Milliarden Dollar ein.[1] Allein im letzten Quartal 2019 kam es laut Unternehmensberatung Willis Towers Watson zu insgesamt 75 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund zwei Milliarden Dollar. Diese Entwicklung unterstreicht einmal mehr die wachsende Bedeutung der hiesigen InsurTech-Szene. Im folgenden Beitrag stellen wir einige deutsche Versicherungs-Startups etwas genauer vor.

Alle Versicherungen an einem Platz

Laut dem Online-Portal Statista gab es bis Mitte 2019 insgesamt 134 InsurTechs in Deutschland.[2] Gegenüber Ende 2017 bedeutet dies ein Plus von rund 30 Unternehmen. Die meisten Anbieter sind im Bereich Vertragsmanagement aktiv. Hierzu zählt bspw. der 2015 gegründete Anbieter Getsafe, Deutschlands erster digitaler Versicherungsmanager. Dieser ermöglicht die einfache digitale Verwaltung und Optimierung aller persönlichen Versicherungsverträge über eine App. Bereits drei Jahre nach Gründung verkauft Getsafe fast 50.000 Policen und erzielt bei der Zielgruppe der 24- bis 29-Jährigen einen Marktanteil von fast zehn Prozent.[3] Mittels der App melden Kunden sekundenschnell einen Schaden, verwalten sämtliche Versicherungsunterlagen über das Smartphone und haben die Möglichkeit, weitere Versicherungen abzuschließen oder bestehende Policen mit wenigen Klicks zu kündigen.

Gemeinsam mehr erreichen

Eine alternative Form der Absicherung verfolgt das 2018 gegründete Unternehmen elinor, Deutschlands erste Peer-to-Peer-Absicherungsplattform. Interessierte können eigene Gruppen gründen oder bestehenden Gruppen beitreten, die durch einen gemeinsamen Fonds einen Gegenstand absichern. Die Gruppen legen untereinander fest, wie hoch die Beiträge sind und in welchem Turnus diese gezahlt werden.

Im Unterschied zu „normalen“ Versicherungen sind die Gruppen der Plattform Peer-to-Peer-Absicherungen, die nicht zentral verwaltet werden, sondern eben in Gruppen gemeinschaftlich erstellt, per Abstimmung geregelt und lediglich durch das gemeinsam gesammelte Vermögen abgesichert werden. Allerdings gibt es bei dieser Lösung für die Teilnehmer keine Rechtssicherheit. Auszahlungen werden auf Anfrage der geschädigten Person von den Gruppenmitgliedern entweder zugelassen oder abgelehnt.

Quellen:

[1] https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/versicherungs-start-ups-insurtechs-sammeln-weltweit-immer-mehr-geld-ein/25509880.html?ticket=ST-2012501-PLBbtomZ0Fimjpraf1i3-ap4

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1031770/umfrage/anzahl-der-insurtechs-in-deutschland/

[3] https://www.hellogetsafe.com/de-de/about

Titelbild: @peterschreiber.media (istockphoto)

Weitere Informationen und Hintergrundberichte zum Thema InsurTechs und Digitalisierung im Allgemeinen finden Sie hier

Über den Autor

Thomas ist Teamleiter Unternehmenskommunikation bei der Star Finanz und hier für Pressearbeit und Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen und Trends in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

Nachricht hinterlassen