In einem neuen Whitepaper zur Digitalisierung des Firmenkundengeschäfts beleuchtet die Star Finanz Innovations-, Produkt- und Lösungsstrategien ausgewählter Unternehmen. Das Whitepaper gibt Einblicke in die vielschichtige Praxis der Digitalisierung deutscher Finanzdienstleister.

Das digitale Angebot im Firmenkundengeschäft wird in Zukunft aus verschiedenen Lösungen bestehen, die miteinander verbunden werden. Auch die Star Finanz richtet ihr Angebot vor dem Hintergrund der neuen Kundenanforderungen entsprechend aus. Ihr Ziel: eine vollständig integrierte Lösungslandschaft. Im Interview spricht Leon Merx, Leiter Firmenkunden, Middleware und Portalentwicklung bei der Star Finanz, über die Bausteine, die hierfür notwendig sind.

Interview: Bausteine für eine digitale Lösungslandschaft 4

Leon Merx, Leiter Firmenkunden, Middleware und Portalentwicklung bei der Star Finanz

Frage: Herr Merx, warum ist es so wichtig, dass Banken und Sparkassen digitale Angebote für ihre Firmenkunden schaffen?

Leon Merx: Das Firmenkundengeschäft ist ein wesentliches Geschäftsfeld für Finanzinstitute, trotzdem haben Digitalisierungsbemühungen in den letzten Jahren mehrheitlich im Privatkundengeschäft stattgefunden. Doch auch Manager/-innen und Geschäftsführer/-innen haben sich im Laufe der Zeit an die Digitalisierung im Privaten gewöhnt und erheben nun denselben Anspruch im beruflichen Umfeld. Daher müssen Wege geschaffen werden, unternehmensrelevante Prozesse durchgängig zu digitalisieren und in Teilen auch zu automatisieren. Dazu gehören unter anderem digitale Lösungen in den Bereichen Kreditvergabe, Finanzierung, Geldanlage, Vorsorge und Versicherung sowie die Möglichkeit, jederzeit mit den Bankberatern zu kommunizieren.

Frage: Welche Rolle spielen Dienstleistungen, die über das klassische Banking-Angebot hinausgehen?

Leon Merx: Im Zeitalter der digitalen Innovation ist es wichtig, sich bei der Entwicklung des eigenen Angebotes nicht allein auf die Kernbankleistungen zu verlassen. Stattdessen gilt es, die Idee von Mobilität, Vernetzung und Kundennutzen ernst zu nehmen und – gemeinsam mit den Firmenkunden selbst – ein Verständnis für die konkreten, täglichen und wesentlichen Herausforderungen der Kunden zu entwickeln. Nur so können die Finanzinstitute Lösungen anbieten, die den Firmenkunden das Leben leichter machen. Services, Lösungen oder Softwarekomponenten sollten daher möglichst immer am Kunden entwickelt werden, um die jeweils individuellen Erwartungen zu erfüllen. Die Finanzdienstleister sind dabei, Plattformen zu etablieren, die im Kern darauf abzielen, ein System zu entwickeln, an das sich FinTechs, Payment-Anbieter oder auch Händler andocken können. So entstehen Kommunikationsplattformen mit einem vielfältigen Branchennetzwerk, die weit über klassische Finanzdienstleistungen hinausgehen.

Frage: Mit welchen Partnern arbeiten die Finanzinstitute hier zusammen?

Leon Merx: Für die Finanzbranche sind, nebst den FinTechs, auch traditionelle Partner und IT-Anbieter von großem Interesse. Anbieter wie DATEV oder Haufe-Lexware setzen sich genauso wie Banken und Sparkassen mit der Frage auseinander, wie sie ihre Prozesse im Firmenkundengeschäft vereinfachen und digitalisieren können. Dabei spielt zum Beispiel die Automatisierung der Buchhaltung eine zentrale Rolle, denn daraus ergibt sich eine Vielzahl von Optimierungsmöglichkeiten. An dieser Stelle entstehen aktuell spannende Kooperationen zwischen den Beteiligten, u.a. arbeitet die Sparkassen-Finanzgruppe eng mit Haufe-Lexware zusammen, um ein passendes Lösungsangebot für kleinere Firmenkunden zu schaffen.

Frage: Welche Angebote stehen den Sparkassen heute schon offen?

Leon Merx: Die Sparkassen haben die Chance, sich durch nutzerzentrierte, digitale Angebote vom Wettbewerb abzuheben. Schon heute verfügen Institute mit SFirm, StarMoney Business, dem Finanzcockpit und der Unterschriftenmappe über intelligente Produkte, die den Kunden die Abwicklung von Standardprozessen ermöglichen. Zusammen mit dem Firmenkundenportal (FKP) handelt es sich um Bausteine, mit denen Firmenkunden unterschiedlichster Größe eine echte digitale Lösungslandschaft angeboten wird. Besonders das FKP wird viele Anknüpfungspunkte schaffen, um Kunden mit zusätzlichen Angeboten entlang der Wertschöpfungskette rund um Zahlungen, das Finanzmanagement und Buchhaltungsfunktionen an die Sparkassen zu binden und deren lokale Stärke wirkungsvoll zu unterstreichen.

Finanzcockpit

Frage: Können diese Anwendungen mit den Lösungen, die FinTechs den Unternehmerinnen und Unternehmern anbieten, mithalten?

Leon Merx: Unbedingt, denn viele von den Sparkassen entwickelten Angebote können längst, was die FinTechs heute mitunter als neu präsentieren: mehrere Konten in einem Programm zusammenführen, interne Workflows beim Kunden abbilden sowie zentrale Reportings von Kennzahlen erstellen. Über das Banking-Programm SFirm für Unternehmens- und Firmenkunden sowie StarMoney Business lassen sich zum Beispiel schon heute verschiedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unterschiedlichen Rollen in das Finanzmanagement eines Unternehmens einbinden. Über diese Zugänge können Nutzer – vom Firmenkunden bis zum Selbstständigen – Konten und Buchungsvorgänge im Blick behalten, Liquiditäts- und Budgetplanungen vornehmen und Zahlungsvorgänge auslösen.

Frage: Wie erfolgreich sind diese Programme?

Leon Merx: Sie kommen bei den Kunden der Sparkassen gut an. Bei den Firmenkunden gibt es derzeit etwa 200.000 Nutzer von SFirm; StarMoney Business ist aktuell bei rund 25.000 Selbstständigen und Gewerbetreibenden im Einsatz. In der Summe setzen in Deutschland ca. 350.000 Unternehmen unsere Lösungen ein – ein beachtlicher Teil der Firmenkunden in Deutschland.

Frage: Welche Rolle spielen mobile Anwendungen für Smartphone und Tablet für Firmenkunden?

Leon Merx: Ich halte es grundsätzlich für die falsche Herangehensweise, mobile Geräte isoliert zu betrachten. Wenn Dienstleister eine Lösung entwickeln, dann darf es eigentlich keine Rolle mehr spielen, ob sie im Web, auf dem Tablet, auf der Watch oder auf dem Smartphone läuft. Denn Fakt ist: Smartphone und Tablet gehören heute zur Grundausstattung von Unternehmern. Wir haben letztes Jahr in unserer groß angelegten Firmenkunden-Umfrage ermittelt, dass im Beruf fast 80 Prozent ein Smartphone und 55,8 Prozent ein Tablet nutzen. Für Sparkassen ist es vor dem Hintergrund dieser Zahlen eine der entscheidenden Aufgaben, auf den Smartphones und Tablets der Firmenkunden präsent zu sein. Mit den Apps Unterschriftenmappe und Finanzcockpit haben sie die Möglichkeit, diese mobile Schnittstelle als Ansprechpartner für weitreichende Services rund um das Banking sowie sonstige kaufmännische Prozesse zu besetzen, bevor es die Wettbewerber tun.

Vielen Dank für das Gespräch.

Hinweis: Das Interview ist zuerst erschienen im Bank-Blog

Über den Autor

Thomas ist Teamleiter Unternehmenskommunikation bei der Star Finanz und hier für Pressearbeit und Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen und Trends in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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