Künstliche Intelligenz (KI) spielt in Zeiten der Digitalisierung zunehmend eine prägende Rolle. Bei dem Gedanken an KI kommen einem wohl Roboter oder sympathische Droiden wie R2-D2 aus Star Wars in den Sinn – Science-Fiction-Visionen der Entertainmentbranche. Tatsächlich forschen Regierungen schon seit Jahrzehnten an der Entwicklung von artifiziellen Intelligenzen. Bereits 1988 gründete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Zusammenarbeit mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft das mittlerweile weltweit größte KI-Forschungszentrum – das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). Damals waren Forscherinnen und Forscher noch weit von einer ganzheitlichen Lösung entfernt. Mit dem Fortschritt der Digitalisierung bieten sich jedoch neue und weitreichende Möglichkeiten, die auch den Finanzsektor revolutionieren werden.

Intelligente Chatbots für optimalen Kundenservice

Schon heute setzen Banken sogenannte Chatbots als Kundenschnittstelle ein; beispielsweise hört der hauseigene Assistent der Berliner Sparkasse auf den Namen „Fred knows“. Traditionelle Chatbots sind textbasierte Dialogsysteme, die Kundenanfragen entgegennehmen und entsprechende Antworten liefern. Noch reagieren sie mit vorprogrammierten Textbausteinen und ähneln somit eher Volltextsuchmaschinen, die vorzugsweise bei Standartkundenanfragen sinnvoll sind. Dies könnte sich jedoch bald ändern. Kognitive Technologien, wie etwa Deep Learning, werden kontinuierlich weiterentwickelt und sollen die klassischen Bots ersetzen. Die intelligenten Chatbots können dann ihren Wissensspeicher durch Anfragen, Dialoge und Gesprächstrainings erweitern und lernen durch diesen Optimierungsprozess pausenlos dazu. Im Gegensatz zu klassischen Lösungen, die auf lokalen Speichern basieren, wird das Wissen der intelligenten Chatbots aufgrund von Cloudspeicherungen unbegrenzt sein. Das Ziel der Forschung: Sie sollen in der Lage sein, komplexe Kundenanfragen individuell zu beantworten.

Die Vielfalt Künstlicher Intelligenz

Noch beschränkt sich der Einsatz von KI auf den Kundenservice. Künftig bieten sich jedoch vielfältige Möglichkeiten. Gerade im Finanzsektor werden systematische Netzwerkanalysen große Zahlen- und Datenmengen blitzschnell verarbeiten und die besten Handlungsmöglichkeiten anführen. Potential besteht im Bereich der Vermögensverwaltung, bei der Überwachung der Finanzmärkte oder bei Nachhaltigkeitskriterien in ESG-Investments (Environment Social Governance). Auch bei der automatischen Diversifikation von Anlageportfolios werden Netzwerkanalysen dazu beitragen, präzise Ergebnisse zu erzielen. In Kombination mit Deep-Learning-Verfahren wird es artifiziellen Intelligenzen möglich sein, eigenständig angelernte Algorithmen zu verbessern und zu erweitern. Beispielhaft dafür ist die von der Ergon Informatik AG entwickelte Fraud-Detection-Lösung. Das selbstlernende System analysiert die aus dem Zahlungsverkehr stammenden Datenmengen, überprüft diese auf Anomalien und entwickelt seine Trefferquote selbstlernend weiter. Binnen Sekunden kann es Betrüger aufspüren und dadurch die Sicherheit beim Online-Banking verbessern.

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Über den Autor

Marco ist Prokurist sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Vertrieb bei der Star Finanz. Er interessiert sich für alle Themen und Lösungen rund um Online- und Mobile-Banking – sowohl auf Privat- als auch Firmenkundenseite. Marco ist seit über 15 Jahren beim Hamburger Softwareunternehmen tätig und teilt seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit anderen. Außerhalb des Büros feiert und leidet er leidenschaftlich mit dem HSV.

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