Die Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt hat inzwischen auch die Medizin erreicht. Bereits Ende 2015 trat in Deutschland das E-Health-Gesetz in Kraft. Dessen Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung für die Gesundheitsversorgung zu nutzen und eine schnellere Einführung medizinischer Anwendungen für Patientinnen und Patienten zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund stellen wir in diesem Beitrag drei innovative Unternehmen aus dem E-Health-Sektor vor, die die Dynamik in diesem Bereich verdeutlichen.

Mit digitaler Hilfe den richtigen Ton treffen

Sonormed, ein Hamburger Medizintechnologieunternehmen, hat ein innovatives Behandlungskonzept entwickelt, dass bei Tinnitus helfen kann. Aufgrund geschädigter Nervenzellen im Gehirn hören Betroffene der Erkrankung permanent einen Ton. Um die wahrgenommene Lautstärke dieses subjektiven Tons spürbar zu verringern, arbeitet Sonormed mit einer Neuro-Therapie und bedient sich dabei der Lieblingsmusik der Betroffenen. Über eine Webseite bzw. App kann der Betroffene seine Lieblingslieder überprüfen und seine individuelle Tinnitus-Frequenz aus den Stücken herausfiltern. Die für den Tinnitus verantwortlichen Hörzellen können so wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Neuro-Therapie wird vom HNO-Arzt verordnet und bereits von vielen Krankenkassen erstattet.

Gesundheitsdaten im Hosentaschenformat

Ebenfalls aus Hamburg stammt das Start-up Connected Health, dass die Gesundheits-App LifeTime entwickelt hat. Mit der Anwendung haben Nutzer ihre wichtigsten Gesundheitsdaten immer in der Hosentasche dabei. In der Anwendung können Befunde, Informationsmaterial, Röntgenbilder oder eigene Notizen abgelegt werden. Im Notfall oder bei einem Folgearztbesuch hat der Nutzer so alle Infos bei sich und kann sie bei Bedarf an einen Arzt übergeben. Das Besondere an LifeTime: Für die Datenübertragung ist kein Internet notwendig. LifeTime bedient sich vielmehr einer Hardware-Komponente, dem LifeHub, die bei jedem Arzt systemunabhängig via Plug’n Play funktioniert. Für eine Datenübertragung muss dann lediglich das Smartphone in die Nähe des LifeHubs gehalten werden.

Diabetes digital

Unser drittes und letztes Beispiel aus dem E-Health-Sektor kommt aus Wien: mySugr bietet ebenfalls eine App an, mit deren Hilfe sich Diabetes-Erkrankungen besser in den Griff bekommen lassen sollen. Die Anwendung setzt auf eine Kombination von Motivation und Gamification und lässt sich bspw. mit dem Blutzucker-Messgerät synchronisieren. Die ermittelten Daten werden automatisch übertragen, für jeden Eintrag erhält der Nutzer Punkte. Vernachlässigt er die Messungen, sendet das System entsprechende Erinnerungen. Über die erhobenen Daten lassen sich grafische Auswertungen vornehmen und einfache Muster im Blutzuckerverlauf erkennen. Per App erhält der Nutzer auf Wunsch zudem eine persönliche Diabetesberatung durch zertifizierte Diabetesberater. Inzwischen nutzen mehr als eine Million Menschen die mobile Anwendung. Auch eine Reihe von Krankenkassen wie bspw. die AOK Bayern, BARMER oder Allianz Privaten Krankenversicherung sind inzwischen Kooperationen mit mySugr eingegangen.

Hier geht es zurück zu allen Veröffentlichungen

Share.

Über den Autor

Thomas ist in der Unternehmenskommunikation der Star Finanz für Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

Nachricht hinterlassen