Die Portemonnaies der Deutschen sind laut Bundesbank proppenvoll: allerdings nicht mit Bargeld, sondern mit diversen Plastikkarten. Die beliebteste darunter ist die gute alte EC-Karte, mittlerweile girocard genannt. 98 Prozent aller Bundesbürgerinnen und Bundesbürger nutzen die Karte als elektronische Bezahlmethode. Damit ist sie nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Vergleicht man die Nutzungsdaten der girocard mit denen von mobilen Payment-Lösungen, zeigt sich, dass die Deutschen neuen Anwendungen sehr zurückhaltend gegenüberstehen. Laut Statista nutzen lediglich drei Prozent bargeldlose Zahlungsmethoden über ihr Smartphone. Darunter fallen Zahlungen über mobile Wallets, App-basierte Transaktionen, NFC (Near Field Communication), QR-Code oder Bluetooth-basierte Zahlungsvorgänge. Die Einführung einer digitalen girocard könnte das Nutzerverhalten jetzt tatsächlich maßgeblich verändern.

In gemächlichen Schritten zum kontaktlosen Zahlen

Seit 1990 betreibt die Deutsche Kreditwirtschaft das Zahlungssystem girocard (ehemals „electronic cash“). Gezahlt wird dabei am POS-Terminal (Point-of-Sale Terminals) mit der eigenen Karte unter Eingabe der persönlichen Geheimzahl (PIN). Als Payment-Methode steht neben der kontaktbehafteten Chip-Schnittstelle inzwischen auch die kontaktlose NFC-Schnittstelle zur Verfügung – der erste Schritt zum kontaktlosen Bezahlen. Mitt­lerweile befinden sich bereits über 35 Millionen kontaktlose Girokarten der Banken und Sparkassen im Umlauf. Im Handel stehen mehr als 385.000 girocard-POS-Terminals mit NFC-Technologie für kontaktloses Bezahlen zur Verfügung; erkennbar ist das Verfahren an einem Wellensymbol auf Karte und Lesegerät.

Smartphones ersetzen Plastikkarten

So fortschrittlich diese Methode auch klingen mag, faktisch gehören die beliebten Karten der Vergangenheit an – und der Trend geht immer weiter in Richtung Mobile Payment. Um die Deutschen vom Bezahlen mit ihren Smartphones zu überzeugen, soll noch in diesem Jahr die „digitale girocard“ auf den virtuellen Markt kommen, dabei wird die girocard in eine App eingebunden. Seit August 2018 ist dies beispielsweise auch schon mit der Sparkassen-Card und Sparkassen-Kreditkarte möglich. Besitzer dieser Karten und eines NFC-fähigen Android-Smartphones können ihr mobiles Endgerät einfach und schnell an Kassen und anderen Akzeptanzstellen zücken und kontaktlos bezahlen. Ein weiterer Vorteil: Die digitale girocard wird an jedem POS-Terminal mit kontaktloser Verarbeitung ohne Einschränkungen akzeptiert, somit können alle schon vorhandenen 385.000 Terminals für die digitalen girocards genutzt werden. Zudem verfügen auch immer mehr Smartphones über die notwendige NFC-Schnittstelle und sind dann potenziell nutzbar für Mobile Payment.

Perspektivisch werden auf diese Weise wohl bald alle Karten verschwinden, ob Prepaid-Karten, Kundenkarten oder Ausweisdokumente – sie alle können durch virtuelle Karten ersetzt werden. So auch der Führerschein: In Dänemark wird derzeit an einer Digitalisierung des „alten Lappens“ gearbeitet. Die Führerschein-App soll dort in den kommenden Jahren für alle zugänglich gemacht werden.

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Über den Autor

Marco ist Prokurist sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Vertrieb bei der Star Finanz. Er interessiert sich für alle Themen und Lösungen rund um Online- und Mobile-Banking – sowohl auf Privat- als auch Firmenkundenseite. Marco ist seit über 15 Jahren beim Hamburger Softwareunternehmen tätig und teilt seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit anderen. Außerhalb des Büros feiert und leidet er leidenschaftlich mit dem HSV.

1 Kommentar

  1. nicht alle Sparkassen nehmen Teil somit sind deren Kunden außenvor.
    Google Pay ist hier eine Alternative, durch Unterstützung von PayPal.
    zudem funktioniert die App perfekt

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