Wie die Nahfeldkommunikation funktioniert, haben wir im ersten Teil unserer NFC-Serie erklärt. Mittels elektromagnetischer Wellen können NFC-fähige Geräte kommunizieren und ermöglichen so einen Datenaustausch. Dieser ist zwar mit 424 kbits pro Sekunde langsamer als bei Bluetooth und WLAN, dafür baut sich die Verbindung der Geräte weitaus schneller auf und es braucht keinen manuellen Kopplungsaufbau durch Netzwerkschlüssel oder Verbindungscodes. Das Kommunizieren zwischen Geräten auf naher Distanz ermöglicht daher vielseitige Einsatzbereiche – auch das kontaktlose Bezahlen.

Unterschied zwischen Mobile Banking und Payment

In Deutschland wickelt heutzutage etwa jeder Zweite seine Finanzgeschäfte über das Internet ab, selbst für über 50 Prozent der Rentner ist das Online-Banking inzwischen Alltag. Mit der Verbreitung des Internets und der Einführung von Smartphones ist gleichzeitig auch die Zahl der Applikationen für mobile Endgeräte gestiegen. Google Play Store zum Beispiel veröffentlichte im Jahr 2010 etwa 100.000 Apps. Acht Jahre später sind es schon fast zehn Millionen. Beliebte Kategorien sind Spiele, Bildung, Lifestyle, Unterhaltung sowie Gesundheit und Fitness.

Auch Finanz-Apps werden immer beliebter. Fast jedes deutsche Geldinstitut bietet mittlerweile eine App, mit welcher die Kunden über ihr Smartphone direkten Zugriff auf ihr Konto haben und u.a. Überweisungen tätigen können. Im Unterschied zum Mobile Banking geht Mobile Payment noch einen Schritt weiter: Hier wird das Smartphone selbst zur Bezahlung verwendet. Es fungiert also als eine Art Medium und ersetzt dabei Geldscheine, Kredit- beziehungsweise Girokarten.

Funktionsweise Mobile Payment

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche mobile Bezahlmethoden: Das „Proximity Mobile Payment“, also das mobile Bezahlen mit dem Smartphone vor Ort beim Händler, sowie das „Remote Mobile Payment“ – Bezahlung beim Onlineshopping, bspw. per PayPal, giropay oder Paydirekt.

Das „Proximity Mobile Payment“ entspricht der Bezahlmethode über NFC-fähige Geräte. Smartphone-Nutzer können ihr Gerät an ein aktives Kassenterminal halten und ihre Einkäufe bezahlen – kontaktlos, ohne Internet und meist ohne PIN, zumindest bei Beträgen bis zu etwa 25 Euro, je nach Bankinstitut. Bei beiden Arten verläuft die eigentliche Transaktion jedoch im Hintergrund über Lastschriftverfahren, Überweisungen oder Zahlung per Karte.

Mobile-Payment-Lösungen

Die NFC Mobile-Payment-Entwicklung steckt, im internationalen Vergleich, hierzulande noch in den Kinderschuhen: Erst seit Juni dieses Jahres können Nutzer bspw. den Bezahldienst GooglePay auch hierzulande nutzen. Besitzer einer Kreditkarte von VISA oder Mastercard und einem NFC-fähigen Android-Gerät können seither u.a. bei Aldi, Lidl, Media Markt und weiteren großen Handelsketten kontaktlos zahlen.

Auch beim Tech-Gigant Apple laufen nach Medienberichten Planungen, das eigene Payment-Angebot auf den deutschen Markt zu bringen.

Sparkassen und Volksbanken antworten mit einer eigenen Lösung. Im Google Play Store können sich Sparkassenkunden mit einem Android-Smartphone die App „Mobiles Zahlen“ downloaden und Volksbanken-Kunden die „VR-Banking App“. In Kombination mit den Debitkarten und/oder Kreditkarten kann überall dort bezahlt werden, wo bereits mit NFC-fähigen Karten kontaktloses Zahlen möglich ist.

Die Funktionsweise gilt im Übrigen auch für Smartwatches: Die intelligenten und NFC-fähigen Uhren machen das kontaktlose Zahlen im Vorbeigehen noch einfacher – letztlich ist dann nur noch eine Armbewegung nötig, um an den Terminals zu zahlen.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zum Thema NFC. Den ersten Beitrag findest du hier. Der dritte Beitrag erscheint voraussichtlich am 05. Dezember.

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Über den Autor

Thomas ist in der Unternehmenskommunikation der Star Finanz für Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen in den Bereichen Banking, Payment und E-Commerce ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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