RFID (Radio Frequency Identification) ist auf dem Vormarsch, und zwar nicht nur beim Mobile Payment, bei welchem die Near-Field-Communication, kurz NFC, kontaktloses Zahlen mit dem Smartphone ermöglicht, sondern auch in der Logistik und im Handel. Dort werden NFC-Chips unter anderem für die Optimierung des Waren-Managements eingesetzt. Zunehmend findet die auf Nahfeldkommunikation basierende Technologie aber auch in der Medizin Verwendung, so zum Beispiel am OP-Tisch. Unterschiedliche Praxisbeispiele stellen wir in unserem heutigen Beitrag vor.

Smart Skin: NFC für die Haut

Wie ein temporäreres Tattoo klebt die hauchdünne, elektronische Folie auf der Haut und erfasst Körperwerte wie den Puls oder die Sauerstoffsättigung des Blutes. Mittels eines zusätzlich integrierten NFC-Chips kann die intelligente Folie eine drahtlose Verbindung mit einem mobilen Lesegerät aufbauen und all diese relevanten Daten übermitteln. Das US-amerikanische Unternehmen GENTAG entwickelte beispielsweise ein Einweg-Fieberpflaster, das mit einem NFC-Tag und Sensoren kombiniert ist und so die Temperaturmessung bei Patienten ermöglicht, ohne diese bei ihrer nötigen Ruhe zu stören. In Zusammenarbeit mit dem deutschen Fraunhofer-Institut IMS und der US-Non-Profit-Organisation Mayo Clinic, entwickelte GENTAG zudem ein Diabetes-Pflaster, das die genaue und schmerzfreie Messung des Blutzuckerspiegels erlaubt. Die NFC-Technologie erlaubt dabei die Entwicklung winziger batterieloser Glukosesensoren, die überall platziert werden können – auch unter der Haut.

RFID im Krankenhaus

Auch im Krankenhaus findet die RFID- und NFC-Technologie Verwendung, beispielsweise bei der Identifizierung von OP-Instrumenten- und Materialien, die durch die Nahfeldkommunikation geortet werden können. Skalpells und Mulltupfer werden etwa mit NFC-Chips versehen. Nach abgeschlossener Operation kann so überprüft werden, ob diese im Körper des Patienten vergessen wurden. Mulltupfer, die während der OP Blut aufgesogen haben und deswegen leicht zu übersehen sind, sind auch immer wieder der Auslöser für lebensbedrohliche Operationsfolgen. Dies kann durch NFC effektiv verhindert werden.

Allgemein bietet das Krankenhaus diverse Einsatzmöglichkeiten für RFID- oder NFC-Technologie. Patientenbänder mit integrierten NFC-Chips ermöglichen etwa eine eindeutige Identifizierung, dies verhindert nicht nur Verwechslungen, die unter Umständen fatal enden können, sondern auch die präzise Einhaltung von Medikationsplänen. So ist auch die Krankengeschichte eines jeden einzelnen Patienten jeder Zeit abrufbar und demenzkranke Patienten können beispielsweise mithilfe von Lesegeräten an allen wichtigen Dreh- und Angelpunkten im Krankenhaus geortet werden.

Waren-Management im Krankenhaus

Ein Krankenhaus muss stets perfekt organisiert sein. Beispielhaft ist die Einsatzfähigkeit der Betten, insbesondere in Notfallsituationen. Laken, Kissenbezüge, Handtücher sowie die OP-Kleidung und vieles mehr werden beim Waren-Management eines Krankenhauses berücksichtigt. NFC-Etiketten und Chips helfen bei der präzisen Koordination dieser Gegenstände, denn je nach Gebrauch und Bedarf besteht die Möglichkeit, die Betten mit Chips auszustatten, um sie so im ganzen Krankenhaus zu lokalisieren und zuzuteilen. NFC-Etiketten sind aber auch bei der Koordination der Reinigungszyklen der gesamten Wäsche behilflich. Damit arbeiten Krankenhäuser effizienter und sparen Geld, was am Ende allen zu Gute kommt.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zum Thema NFC. Die weiteren Beiträge findest du hier:
•  NFC: Kontaktlose Datenübertragung über Nahfeldkommunikation
NFC: Kontaktloses und mobiles Bezahlen
• NFC: Intelligentes Warenmanagement mit RFID 

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Über den Autor

Thomas ist in der Unternehmenskommunikation der Star Finanz für Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen in den Bereichen Banking, Payment und E-Commerce ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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