Die Sommerferien stehen kurz bevor und viele stellen sich die Frage: Wohin? Insbesondere Länder im Süden Europas sind beliebte Urlaubsziele – dazu gehören Italien, Spanien, Frankreich oder auch Griechenland. Seit Einführung des Euros im Jahr 2002 ist die Währung zwar überall die gleiche. Aber wie sieht es mit bargeldlosen Zahlungsmethoden aus – funktioniert kontaktloses Zahlen mit Karte oder dem Smartphone auch im spanischen Supermarkt? Wie unterscheiden sich die Länder? Dazu veröffentlichen wir in den nächsten Wochen eine Artikel-Serie zum Thema Payment, die sich im Detail mit den bargeldlosen Bezahlmethoden vor Ort beschäftigt. Im heutigen Beitrag wollen wir zunächst jedoch einmal einen europäischen Vergleich aufstellen.

Money, Money, Money in a Cashless World

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr: Deutschland hinkt im europäischen Vergleich in Sachen bargeldlose Zahlungsmittel hinterher. Dennoch ist auch hier die Tendenz steigend. Laut einer aktuellen Umfrage zahlen schon über die Hälfte der Deutschen ihre Einkäufe bargeldlos. Hier kommt es allerdings auf die Höhe des Betrages an und auf das Zahlungsmittel. Die Giro- und Kreditkarte haben sich längst etabliert und sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. In der Altersgruppe der 30- bis 49-jährigen bevorzugen sogar 67 Prozent der Befragten Zahlungen auf diese Weise. Auch empfinden es zwei Drittel der Befragten als störend, wenn Kartenzahlungen ausgeschlossen sind – sie möchten wenigstens die Möglichkeit haben.

Bei der Nutzung von Mobile Banking Apps zeichnet sich jedoch ein ganz anderes Bild: Obwohl 90 Prozent der deutschen Bevölkerung im Besitz eines Smartphones sind, setzen aktuell nur 28 Prozent der Deutschen bei der Verwaltung ihrer Finanzen auf das Smartphone und verfolgen darauf ihre Kontostände, die Depotentwicklung oder führen regelmäßig Transaktionen durch. Hier ist der Unterschied zu anderen europäischen Ländern eklatant: In Spanien nutzen immerhin mehr als die Hälfte Banking Apps, in Portugal 43 und in Italien 41 Prozent. Auf europaweiter Ebene sind es sogar 77 Prozent.

Die Europäer und ihr digitales Geld

Dass Deutschland auch bargeldlos kann, zeigt eine Statistik über europäische Länder mit dem größten bargeldlosen Zahlungsverkehr im Jahr 2017. Getoppt von Frankreich mit knapp 22 Milliarden und Großbritannien mit fast 30 Milliarden, besetzt Deutschland immerhin den dritten Platz mit rund 21 Milliarden Transaktionen. Auf den ersten Blick scheint Deutschland also doch relativ weit vorn zu sein. Allerdings umfasst die Statistik auch die Anzahl aus Online-Banking -und -Shopping-Transaktionen.

Beim Mobile-Payment-Vergleich im stationären Handel zeigt sich die Zurückhaltung der Deutschen gegenüber neuen Zahlungsmethoden jedoch deutlich: Eine aktuelle Studie von eMarketer zeigt, dass in Deutschland lediglich elf Prozent ihren Taschenbegleiter für kontaktlose Zahlungen im Handel nutzen, während es in Italien immerhin 20 Prozent sind. Es folgen Großbritannien mit 17 Prozent, Spanien mit 15 und Frankreich mit 14 Prozent. Verglichen mit China, wo mehr als zwei Drittel der Menschen ihr Smartphone zum Zahlen nutzen, scheint eine bargeldlose Welt in Europa aber noch unvorstellbar.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie zum Thema Payment in Europa. Die weiteren Teile findest du hier (aktualisiert nach Stand der Veröffentlichungen):
• Teil 1: Spanien
• Teil 2: Griechenland

Hier geht es zurück zu allen Veröffentlichungen

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Über den Autor

Thomas ist in der Unternehmenskommunikation der Star Finanz für Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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