Während Deutschland in Sachen Digitalisierung im europäischen Vergleich derzeit noch hinterher hinkt, belegt man in Sachen Verpackungsmüll einen unrühmlichen Spitzenplatz. Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind es pro Bundesbürger 220,5 Kilogramm. Der EU-Durchschnitt liegt bei 167,3 Kilo. Private Verbraucherinnen und Verbraucher sind dabei für rund die Hälfte des gesamten Verpackungsmülls verantwortlich. Insbesondere Städte stehen beim Management der anfallenden Müllmassen vor großen Herausforderungen. Intelligente Abfallbehälter können helfen, Müllabfuhren deutlich effizienter zu gestalten. Smarte Container für eine effiziente Müllentsorgung 6

Datenübermittlung per Sensorvorrichtung

Das bulgarische Start-up ConnectedBin hat eine Internet-of-Things-Lösung (IoT) entwickelt, deren Einsatz auch hierzulande denkbar ist. Dabei werden Müllcontainer mit einer autonomen Sensorvorrichtung ausgestattet. Auf diese Weise können Daten zu Füllstand, der letzten Abholung, Temperatur, GPS-Position des Behälters und ob dieser aufrecht steht, erhoben werden. Die gesammelten Daten übermitteln die Sensoren anschließend an das Software-System des Entsorgungsunternehmens. Somit können der Füllstand und die Verwaltung der Abfallsammlung in Echtzeit erfolgen. Das System hilft darüber hinaus, Voraussagen über künftige Füllstände zu treffen und somit die optimalen Routen zur Abholung der Container zu ermitteln. Entsorgungsbetriebe organisieren die Müllabholung entlang des Systems proaktiv, können kurzfristig reagieren und ihre Prozesse insgesamt spürbar effizienter gestalten.

Einsatz von verschiedenen Bedingungen abhängig

Erste Pilotversionen des Systems wurden bereits entwickelt. Im nächsten Schritt sollen Feldversuche erfolgen, um die Sensoren im realen Betrieb zu testen. Ob die IoT-Lösung künftig tatsächlich zur Anwendung kommt, hängt zuletzt davon ab, inwiefern verantwortliche Behörden bereit sind, Innovationen einzuführen. Diese zeigen sich eher zurückhaltend, da die Nutzung einer neuen Technologie oft als zu riskant gilt. Ein weiterer Knackpunkt könnten vertragliche Verpflichtungen sein. Entsorgungsunternehmen sind in der Regel an bestimmte Abholzeiten gebunden. Es bleibt daher abzuwarten, ob und wann die ersten smarten Müllcontainer in Deutschland zum Einsatz kommen.

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Über den Autor

Thomas ist Teamleiter Unternehmenskommunikation bei der Star Finanz und hier für Pressearbeit und Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen und Trends in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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