Wer hat’s erfunden? Dank der Werbekampagne eines Herstellers für Kräuterbonbons konnte die Antwort darauf seit den 90er Jahren mit einem Augenzwinkern nur wie folgt lauten: die Schweizer. Auch im Bereich Digitalisierung fungiert die Alpenrepublik seit kurzem als Schauplatz für eine Weltpremiere: Im Großraum Zürich werden testweise erstmals kommerzielle Transportdrohnen eingesetzt.

Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts des US-Drohnenanbieters Matternet, Mercedes-Benz Vans sowie dem Schweizer Großhandelsunternehmen Coop und Swisscom mit ihrem gemeinsamen Shopping-Marktplatz Siroop wird die Auslieferung von Artikeln per Drohne getestet. Ziel des Angebots ist eine bessere Vernetzung zwischen Kunde und Händler. Ein möglicher Use Case ist der Handwerksbetrieb, der sich per Drohne und Mercedes-Van Baumaterialien direkt auf die Baustelle liefern lassen kann und dadurch die Fahrt zum Baumarkt einspart. Im nächsten Schritt ist der Dienst auch für den Online-Shopper Zuhause gedacht. Dieser bestellt bspw. über das Angebot von Coop und Swisscom Artikel per Smartphone oder Computer. Anschließend holt die Transportdrohne die Lieferung im Lager des Anbieters ab und fliegt autonom zum Transporter, über den dann die Auslieferung der bestellten Ware zum Kunden vollzogen wird. Für den Testbetrieb wurden zwei Mercedes-Benz Vitos mit integrierter Drohnen-Landeplattform ausgerüstet, die an vier vordefinierten Punkten stehen. Die Lieferung erfolgt idealerweise innerhalb eines Tages. Durch den Drohnendienst sollen enorme Einsparungen realisiert werden. Inwiefern diese Art der Belieferung tatsächlich kostengünstiger und auch zuverlässig ist, darüber soll das Testprojekt in Zürich detaillierter Auskunft geben.

Aktuell kommen die Transportdrohnen von Matternet auf eine Geschwindigkeit von 70 Kilometer pro Stunde, verfügt über eine Reichweite von 20 Kilometern und kann derzeit eine Last von bis zu zwei Kilogramm transportieren. Geflogen wird im Zuge der Testphase an fünf Tagen pro Woche, sieben Stunden lang – allerdings nur, wenn günstige Wetterbedingungen herrschen. Aufgrund der Eckdaten sind die Einsatzmöglichkeiten der Drohnen derzeit noch beschränkt. Die Entwicklung schreitet jedoch schnell voran und es ist davon auszugehen, dass mittelfristig deutlich größere Distanzen überwunden und höhere Lasten aufgenommen werden können, wodurch sich die Einsatzmöglichkeiten derlei Dienste spürbar erhöhen.

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Über den Autor

Thomas ist in der Unternehmenskommunikation der Star Finanz für Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen in den Bereichen Banking, Payment und E-Commerce ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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