Wearables wie Smartwatches oder Fitnesstracker, die verschiedene Werte wie den Puls, die tägliche Schrittzahl oder den Kalorienverbrauch messen, erfreuen sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Laut aktuellen Erhebungen lag die Zahl der Nutzer hierzulande im vergangenen Jahr bei über sechs Millionen – Tendenz steigend.[1] Insbesondere in der Gruppe der 18- bis 44-Jährigen sind sie gefragt. Diese machen 70 Prozent der gesamten Wearables-Nutzer aus. Vor dem Hintergrund steigender Nachfrage setzen auch Versicherer verstärkt auf die smarten Begleiter, um Kunden zu mehr Bewegung zu aktivieren und somit langfristig Kosten zu sparen.

Im vergangenen Jahr wurden bereits 370 Millionen Euro mit Wearables in Deutschland umgesetzt. Bis 2023 erwarten Experten einen weiteren Anstieg, auf dann 421 Millionen Euro. Damit rangiert die Bundesrepublik hinter China, den USA, Indien und Großbritannien auf Platz fünf im weltweiten Vergleich. Auch der durchschnittliche Erlös pro Nutzer soll in den kommenden Jahren hierzulande weiter zunehmen, von 59,42 in 2018 auf 63,43 Euro im Jahr 2023.

Wearables im Gesundheitswesen 6

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Rabatte für Gesundheitsdaten

Auch erste Versicherer machen sich die zunehmende Verbreitung von Wearables zunutze und belohnen ihre Kunden bspw. mit Nachlässen bei der Versicherungsprämie, wenn sie gesundheitsbewusst leben und sich sportlich betätigen. Zusätzlich gewähren einige Anbieter auch Rabatte bei Kooperationspartnern. Ein weiteres Beispiel für den Einsatz von Wearables im Gesundheitsumfeld liefert, mit Blick über den großen Teich, US-Versicherer Aetna, der in diesem Frühjahr gemeinsam mit Apple eine App für die Apple Watch auf den Markt bringt, die bei der Kontrolle des Gesundheitszustandes helfen soll. Neben dem Aufzeichnen von Bewegungsdaten stellt die geplante App „Attain“ dem Nutzer Ziele wie u.a. die Wiederauffüllung von Medikamenten oder Impfungen. Versicherte bekommen im Gegenzug eine Subvention beim Kauf der Uhr oder auch Gutscheine für den Einkauf bei verschiedenen US-Handelsketten.

Das US-Versicherungsunternehmen John Hancock geht noch einen Schritt weiter und hat jüngst angekündigt, fortan nur noch „interaktive“ Versicherungen anzubieten. Versicherte müssen ihre Fitness- und Gesundheitsdaten tracken, sammeln so Punkte und können dadurch ihre zu zahlenden Versicherungsprämien verringern.
In Deutschland haben Kunden der AOK die Möglichkeit, über die „AOK Bonus-App“ Daten an die Versicherung zu senden und dadurch in den Genuss von Vorteilen zu gelangen. Auch die Zahl der zurückgelegten Schritte fließt bspw. in die Bewertung mit ein.

Kritische Stimmen

Trotz Vorteilen, die Wearables vor allem im Gesundheitsbereich liefern, warnen Kritiker immer wieder vor einem allzu sorglosen Umgang der Hersteller mit den Datenmengen bzw. dem Datenschutz insgesamt. Auch weisen sie darauf hin, dass derzeit Menschen zwar noch belohnt werden, wenn sie ihre Gesundheitsdaten aufzeichnen. Mit Blick auf die Zukunft sei es jedoch auch denkbar, dass solche Systeme Menschen bestrafen oder Menschen ausgegrenzt werden, die derartige Systeme bzw. Lösungen nicht nutzen möchten.

[1] https://de.statista.com/outlook/319/137/wearables/deutschland#market-users

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Über den Autor

Thomas ist Teamleiter Unternehmenskommunikation bei der Star Finanz und hier für Pressearbeit und Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen und Trends in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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