Wohnungsknappheit und überteuerte Mieten: Ganz egal ob Paris, New York oder Berlin, nahezu alle Großstädte der Welt sehen sich mit dieser Problematik konfrontiert. In der Konsequenz wird Wohnraum zunehmend zum Spekulationsobjekt und die Aussicht auf eine bezahlbare Wohnung in Innenstadtnähe rückt für immer mehr Menschen in weite Ferne.

Das entscheidende Mittel gegen Wohnraummangel ist die Ausweitung der Bautätigkeit. Allerdings sind die Preise für den Bau neuer Gebäude in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Durch neue, digitale Lösungen lässt sich in diesem Bereich jedoch ein nicht unerhebliches Einsparpotenzial realisieren. Erste Pilotprojekte zeigen, dass sich mittels 3D-Druck neue Wohngebäude schnell und günstig errichten lassen.

Deutlich geringere Kosten in der Herstellung

So bietet beispielsweise die texanische Baufirma ICON ein bezugsfertiges Eigenheim für 4.000 bis 6.000 US-Dollar an. Für ein einstöckiges Haus mit 60 bis 80 Quadratmetern, Wohn- und Schlafzimmer, Bad und Veranda beträgt die Druckdauer nur zwölf bis 24 Stunden. Mit der Methode möchte ICON gemeinsam mit der Nonprofit-Organisation „New Story“ weltweit die Wohnraumknappheit bekämpfen. Läuft alles nach Plan, entsteht im kommenden Jahr eine Gemeinschaft aus rund 100 Häusern für die Bewohner von El Salvador.

Smartes Wohnen: Hausbau aus dem 3D-Drucker 6

Hausbau unter ressourcenschonendem Materialeinsatz

Neben den geringeren Kosten ist der ressourcenschonende Materialeinsatz einer der wichtigsten Vorteile des 3D-Drucks. Dies gilt insbesondere, wenn konventionelle Baustoffe wie Beton und Glas durch neuartige, ökologische Materialien ersetzt werden können. Die italienische Firma WASP arbeitet zum Beispiel an einem 3D-Haus aus rein natürlichen Rohstoffen. Für die tragende Konstruktion wird eine Mischung aus Rohboden, Kalk sowie Stroh- und Pflanzenfasern aus der Reisproduktion verwendet. Aus diesem biologisch abbaubaren Materialmix wird das Mauerwerk gedruckt. Insgesamt dauert die Herstellung des Öko-Hauses zehn Tage, wobei sich die Materialkosten auf 900 Euro beliefen.

Trotz der rasanten Fortschritte und Entwicklungen dürfte es bis zum flächendeckenden Einsatz von 3D-Druckern in der Bauindustrie noch eine ganze Weile dauern. Dennoch könnte diese Technik perspektivisch nicht nur für die Herstellung von Innen- und Außenwänden zum Einsatz kommen. Denkbar ist darüber hinaus auch die Fertigung beispielsweise von Wachsbecken oder Badewannen.

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Über den Autor

Thomas ist Teamleiter Unternehmenskommunikation bei der Star Finanz und hier für Pressearbeit und Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen und Trends in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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