Im Zuge der Digitalisierung entwickeln sich mobile Devices wie Smartphones und Tablets zur dominierenden Instanz, um das Privat- und Berufsleben zu managen. Dabei gewinnt auch das Thema der Authentifizierung spürbar an Bedeutung. So können bspw. Autofahrer in der Republik Kosovo inzwischen ihr Smartphone als Ersatz für den Führerschein nutzen. Auch in anderen Ländern gibt es vermehrt Lösungen, um Ausweisdokumente in die digitale Welt zu überführen. In Deutschland besteht hingegen noch spürbares Ausbaupotenzial auf diesem Gebiet.

Als weltweit erstes Land hat die Republik Kosovo Anfang 2018 eine Lösung umgesetzt, die es Autofahrern ermöglicht, ihren Führerschein mittels einer App auf dem Smartphone vorzuzeigen. Über die App werden die Daten des Fahrers, die auf zentralen Rechnern des Landes liegen, abgerufen. Eine Fälschung des Dokuments ist somit praktisch ausgeschlossen. Autofahrer erhalten im Rahmen der Lösung eine smarte Führerscheinkarte. Kommt es zur Kontrolle, kann der Fahrer per Smartphone einen QR-Code erzeugen. Diesen Code scannt der Polizist mit seinem Smartphone und innerhalb weniger Sekunden erscheint ein Bild des Fahrers und weitere Informationen zu ihm. Zwingende Voraussetzung für diese Lösung ist jedoch, dass es eine Mobilfunkverbindung gibt.

Integration in Messenger-Dienst

In China geht man sogar einen Schritt weiter. Nach einem erfolgreichen Testlauf ist hier seit Januar dieses Jahres der Personalausweis fester Bestandteil des Dienstes WeChat, vergleichbar hierzulande mit dem Facebook-Messenger. Über das WeChat-Profil können Nutzer sich seitdem bspw. bei der Anmeldung in Hotels oder bei Zugreservierungen identifizieren. Voraussetzung hierfür ist, dass sie ihr Gesicht zuvor über die App eingescannt haben. Möchte man alle Funktionen über den Messenger-Dienst nutzen, so zum Beispiel die Gründung einer Firma, kommt man jedoch um bestimmte analoge Schritte im Vorfeld nicht herum. Es ist notwendig sich in ein Amt seiner Stadt zu begeben. Dort wird der physische Ausweis vor der Freischaltung der Zusatzfunktionen eingescannt. Zur Wahrheit über diese digitale Lösung gehört jedoch auch, dass die chinesische Führung bewusst WeChat ausgewählt hat, da der Dienst eng mit der kommunistischen Partei verbunden ist. Bereits heute zensiert WeChat politisch sensible Nachrichten und teilt auf Nachfrage die Identität des Nutzers der Polizei oder anderen staatlichen Behörden mit.

Digitaler Personalausweis in Deutschland kaum genutzt

In Deutschland erfolgt seit 2010 die Ausgabe eines smarten Personalausweises. Darauf befindet sich ein Chip mit persönlichen Daten, ein Foto und auf Wunsch auch Fingerabdrücke. Zusammen mit einer PIN-Nummer können sich Nutzer bspw. gegenüber Behörden ausweisen, BAföG oder bestimmte Urkunden beantragen. Von den vielfältigen Möglichkeiten, die der digitale Ausweis ermöglicht, machen bisher jedoch nur wenige Bundesbürger tatsächlich Gebrauch. Einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge verfügen zwar zwei Drittel der Befragten über den smarten Ausweis, lediglich fünf Prozent besitzen jedoch das erforderliche Lesegerät. Und von diesen fünf Prozent hat bislang erst die Hälfte das Gerät tatsächlich auch benutzt.

Bildnachweis: © monsitj /istockphoto.com

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Über den Autor

Thomas ist in der Unternehmenskommunikation der Star Finanz für Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen in den Bereichen Banking, Payment und E-Commerce ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

2 Kommentare

  1. Hallo, man kann auch den Führerschein für die Identität nutzen. Ich kenne bereits den online Identitätsnachweis. Dabei muss man sich vor einer Kamera identifizieren. Der Digitaler Personalausweis nutze ich auch nicht, weil ich nicht wusste, wie er funktioniert. Danke für den tollen Blog Beitrag!

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