Mobile Payment

In kaum einem anderen europäischem Land ist Bargeld so beliebt wie in Deutschland. Dennoch erfreuen sich alternative Bezahlmöglichkeiten nicht erst durch Corona zunehmender Beliebtheit. Insbesondere junge Menschen zeigen sich offen für neue Formen des Bezahlens. So würden 38 Prozent der sogenannten Millenials in Deutschland würden gerne beim Einkaufen mobil bezahlen. Damit ist die Affinität der 18-34-Jährigen zum Bezahlen per Smartphone laut einer YouGov-Befragung deutlich ausgeprägter als in der Gesamtbevölkerung. Insbesondere im Supermarkt (35 Prozent), im Bekleidungsgeschäft und Elektronikmarkt (jeweils 30 Prozent) könnten sich die Befragten vorstellen, per App zu bezahlen. Laut Statista Digital Market Outlook lag die Anzahl der Mobile-Payment-Nutzer in Deutschland im Jahr 2019 bei 2,1 Millionen – bis 2023 soll ihre Zahl auf 3,2 Millionen steigen. Die Nutzungsintensität soll ebenfalls weiter zunehmen. So gehen die Experten von Statista davon aus, dass das durchschnittliche Transaktionsvolumen pro Nutzer im selben Zeitraum um rund 130 Prozent zulegen wird.

Wie funktioniert Mobile Payment?

Für die mobile bzw. kontaktlose Bezahlung ist NFC (Near Field Communication) von essenzieller Bedeutung. Dank der Girocard (früher EC-Karte) ist mobiles Bezahlen im Grunde bereits seit vielen Jahren möglich. Der Unterschied zwischen der Girocard und dem kontaktlosen Bezahlen mittels NFC-Technologie liegt in der einfacheren Handhabung. Denn während die Bankkarte zunächst in das Kassengerät eingeführt und anschließend die Geldtransaktion mittels der Eingabe einer PIN freigegeben werden muss, reicht bei einem NFC-fähigen Gerät ein kleiner Abstand zum Kassenterminal, um eine Zahlung auszulösen – bei kleineren Beträgen bis 25 Euro sogar ohne PIN.

Bei der Verwendung eines NFC-fähigen Geräts baut sich ein elektromagnetisches Feld auf, dass für die Funkübertragung notwendig ist. Das Kassenterminal gibt schnell ein Signal von sich, sodass Kassierer und Kunde die Bezahlung wahrnehmen. Der eigentliche Bezahlprozess gestaltet sich dadurch deutlich kürzer und bequemer.

Die Nahfunktechnologie NFC ist ein internationaler Standard für den kontaktlosen Austausch von Daten und funktioniert sowohl als Sender als auch Empfänger. In punkto Sicherheit bietet die Technik den Vorteil, dass eine Transaktion nur dann stattfindet, wenn Gerät und Terminal nur wenige Zentimeter voneinander entfernt sind. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass sich Hacker von außen dazwischenschalten können. Die Technologie wurde insbesondere dafür entwickelt, Informationen schnell, einfach und sicher zu übertragen.

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Was brauche ich, um mit dem Smartphone zu bezahlen?

Was vor wenigen Jahren noch nach Science Fiction klang, ist inzwischen Realität: per Smartphone einfach und bequem in wenigen Sekunden bezahlen. Und obwohl die Deutschen immer noch bevorzugt mit Bargeld bezahlen, wächst auch hier der Markt für neue digitale Bezahlmethoden, den sogenannten Mobile Payments. Laut einer Befragung von Statista geben 33 Prozent der Teilnehmer an, Mobile-Payment-Angebote zu nutzen. Insbesondere jüngere Menschen zeigen sich offen für derartige Lösungen. Doch nicht nur bei den jüngeren wird das Bezahlen mit Hilfe des Smartphones immer beliebter. Mobile Payment befindet sich insgesamt auf dem Vormarsch.

2018 gilt als Geburtsjahr des Mobile Payment in Deutschland: Seither haben Smartphonebesitzer die Möglichkeit, mithilfe der NFC- oder QR-Technologie mit ihrem Gerät nicht nur bargeldlos, sondern auch kontaktlos zu bezahlen. Den Anfang kontaktloser Bezahlsysteme machte Google Pay, Apple Pay folgte unmittelbar. Seither kann man an einer ständig wachsenden Anzahl von Akzeptanzstellen nicht nur online, sondern auch vor Ort kontaktlos mit dem Smartphone bezahlen.

Bereits gegenwärtig existieret eine Vielzahl von Möglichkeiten mit dem Smartphone mobil zu bezahlen. Beim Onlineshopping lässt sich beispielsweise über eine App die Zahlungsart auswählen, die der jeweilige Händler anbietet. Bestimmte Fluggesellschaften bieten zudem die Variante, direkt über einen Messenger wie WhatsApp zu bezahlen.

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Wie kann ich mit NFC bezahlen?

Das mobile, kontaktlose Bezahlen mit dem Smartphone basiert auf derselben Funktionsweise wie eine kontaktlose Kartenzahlung mit Kreditkarte oder Girocard (EC-Karte). Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass anstelle der „echten“ Geldkarte eine digitale Karte zum Einsatz kommt. Während bei der traditionellen Bezahlung mit der Bankkarte die erforderlichen Daten zur Auslösung einer Zahlung über einen Magnetstreifen oder über einen Chip übertragen werden, erfolgt die Datenübertragung beim mobilen Bezahlen über Funk (NFC) oder optisch über Strichcodes (QR). Es muss also keine Karte mehr in ein Lesegerät gesteckt werden. Es reicht vielmehr aus, die Geldkarte eng an das Lesegerät zu halten. Mittlerweile verfügen eine Vielzahl von Smartphones über einen eingebauten NFC-Chip. Speziell programmierte Bezahl-Apps von Banken, Sparkassen oder Drittanbietern regeln den Datenaustausch. Wird das Smartphone an das Lesegerät der Kasse gehalten, dann erfolgt die Zahlung in Sekundenschnelle.

Die App-Zahlung mithilfe des QR-Codes ist die alternative Möglichkeit zur NFC-Technik, kontaktlos per Smartphone zu bezahlen. Bei dieser Technologie erzeugt die App im Smartphone einen QR-Code, eine Art optischer Strichcode.
Dieser QR-Code wird beim Händler an der Kasse vom Bildschirm aus eingescannt und bestätigt. Die Zahlung wird somit freigegeben.

Inzwischen bieten immer mehr Unternehmen die Möglichkeit, Rechnungen direkt mobil über einen QR-Code zu bezahlen. Hierfür muss der Nutzer eine App wie bspw. Gini auf dem Smartphone laden. Eine derartige App ist in der Lage, alle relevanten Daten für eine Überweisung – Empfänger, IBAN, BIC, Betrag und Verwendungszweck – auszulesen und automatisch in ein Überweisungsformular zu übertragen. Der Kunde überprüft die Richtigkeit der Daten und gibt die Überweisung wie gewohnt mit einer TAN frei – schon ist die Zahlung abgeschlossen.

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Wo kann ich in Deutschland mobil bezahlen?

Der Funkstandard NFC existiert in Deutschland bereits seit fast zehn Jahren. Dennoch fristete das Bezahlen mittels der Technik lange Zeit ein Schattendasein. In den vergangenen Jahren hat sich dies jedoch spürbar geändert. Inzwischen kann in nahezu jedem größeren Supermarkt, bei Händlern, am Kiosk oder auch beim Bäcker kontaktlos bezahlt werden.

Laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 1.005 Befragten ab 16 Jahren ärgern sich 66 Prozent der Teilnehmer, weil sie nicht überall elektronisch bezahlen können. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor lag die Zahl bei 53 Prozent. Zudem wünschen sich 62 Prozent der Befragten sogar ein Gesetz, dass alle Geschäfte dazu verpflichtet, mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit wie EC-Karte, Kreditkarte oder per Smartphone anzubieten.