Spielerisch in fantastische Welten eintauchen und sie hautnah erleben – die Gaming-Industrie macht es möglich. Mithilfe von speziellen Brillen können sich Spieler in virtuellen Realitäten (VR) frei bewegen und sogar mit anderen Usern interagieren. Das Besondere an VR-Technologien ist die Möglichkeit, unzählige Welten zu schaffen. So können Anfänger ihre ersten Fahrstunden auf virtuellen Straßen absolvieren und Menschen mit Phobien können durch Simulationen beispielsweise ihre Flugangst überwinden. Seit geraumer Zeit versuchen nun auch diverse Banken von diesen Parallelwelten zu profitieren und ihren Kunden ein außergewöhnliches Erlebnis zu bieten.

Lebendige Finanzströme

Viele Kunden empfinden die Welt der Banken und Finanzen als unnahbar und die Komplexität privater Gelanlagen scheint einige zu verunsichern. Um diesem Eindruck entgegenzuwirken, bietet etwa Swissquote als erster Online-Broker Europas seinen Kunden eine virtuelle Handelsplattform an. Mit der Trading-App und einer VR-Brille können User einen 3D-Raum betreten, in dem sie nicht nur ihre Finanzinformationen betrachten, sondern auch mit Aktien handeln oder Überweisungen tätigen können. Abstrakte Zahlen und Daten werden so buchstäblich greifbar. Virtuelle Realitäten sind aber nicht nur für den Kunden von Vorteil. Die österreichische Volksbank präsentierte Anfang 2018 eine Demoversion, die es ihren Mitarbeitern künftig ermöglichen soll, Beratungsgespräche zu üben. Die täuschend echte Simulation fungiert als eine Art Schulungsraum, in welchem die Finanzberater mögliche Szenarien im Umgang mit ihren Kunden spielerisch erproben können.

Immobilienkauf durch Holoportation

Ein weiteres Anwendungsfeld bietet der Immobilienhandel. Das virtuelle Bankerlebnis soll auch hier durch Immersion und Interaktion intensiviert werden – sprich: Potentielle Käufer tauchen in eine fiktive Welt ein und haben dort die Möglichkeit, mit virtuellen Bankberatern zu interagieren. BNP Paribas Real Estate nutzt hierfür seit Anfang 2018 eine Holoportation-Technologie, die es erlaubt, Immobilien ohne Reiseaufwand zu besichtigen. Mit einer VR-Brille können die Kunden mehrere 3D-Modelle verschiedener Gebäude besichtigen und sich „vor Ort“ mit einem holografischen Abbild des Immobilienberaters austauschen. Ohne Aufwand können so mehrere Gebäude sowohl von außen als auch von innen besichtigt werden – bei Bedarf natürlich auch in verschiedenen Städten. Zudem können Größe und Form der Immobilie in Echtzeit angepasst und gleichzeitig geeignete Kredite ermittelt werden. Tatsächlich einziehen müssen die Käufer dann natürlich in persona.

Bildnachweis: © NicoElNino

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Über den Autor

Marco ist Prokurist sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Vertrieb bei der Star Finanz. Er interessiert sich für alle Themen und Lösungen rund um Online- und Mobile-Banking – sowohl auf Privat- als auch Firmenkundenseite. Marco ist seit über 15 Jahren beim Hamburger Softwareunternehmen tätig und teilt seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit anderen. Außerhalb des Büros feiert und leidet er leidenschaftlich mit dem HSV.

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