Die Digitalisierung und Vernetzung sämtlicher Lebensbereiche geht mit gewaltigen Schritten voran. Dabei nimmt das Thema Sicherheit eine zentrale Rolle ein – insbesondere in den Bereichen Banking und Payment. Biometrie bzw. biometrische Systeme sollen für besseren Schutz und Identifikation des Einzelnen sorgen.

Als Apple im September 2017 der Öffentlichkeit sein neues Luxus-Smartphone iPhone X präsentierte, bestand eine der wesentlichen Neuerungen für Nutzer darin, sich neben dem Passwort und per Fingerabdruck (Touch ID) auch mittels Gesichtserkennung (Face ID) einloggen zu können. Ein kurzer Blick auf das Display genügt. Per Face ID können Einkäufe sowie Zahlungen autorisiert werden. Das Gesicht wird somit zum Schlüssel für das eigene Smartphone – und für Transaktionen. Laut einer aktuellen Studie von IBM („Future of Identity“) fühlen sich 67 Prozent der Befragten bereits heute mit biometrischer Authentifizierung wohl, Tendenz steigend.[1]

Personengebunden statt personenbezogen

Neben Touch ID und Face ID existieren eine Reihe weiterer biometrischer Verfahren wie bspw. Spracherkennung, Iris und Netzhaut Scans oder das Tippverhalten auf Tastaturen, mit dem Ziel, die Sicherheit nachhaltig zu verbessern. Im Vergleich zu anderen Systemen wie PINs und Passwörtern bieten sie eine Reihe von Vorteilen. Denn PINs und Passwörter erfassen personenbezogene Merkmale, die sich an andere Personen weitergeben lassen und vergessen oder entwendet werden können. Bei biometrischen Merkmalen wie der Iris, DNA oder dem Nagelbett ist dies nicht möglich. Sie beinhalten Eigenschaften, die einen Menschen eindeutig charakterisieren und sind daher personengebunden. Ein Angriff auf die biometrischen Merkmale einer Person ist wesentlich schwieriger und daher eher unwahrscheinlich.

Unterschiedliche Einsatzszenarien

Im Bereich Banking gibt es bereits heute eine Reihe von Beispielen für den Einsatz biometrischer Verfahren. So testet bspw. die britische Lloyds Bank gemeinsam mit Microsoft eine Gesichtserkennung, mit der sich Kunden künftig in ihr Online-Banking einloggen können. In China gibt es bereits Institute, bei denen es nur dann möglich ist, am Automaten Geld abzuheben, wenn die auf der jeweiligen Bankkarte hinterlegten biometrischen Merkmale mittels Gesichtsscan erfolgreich überprüft wurden. Als eines der sichersten Verfahren gelten Venenscans. Die britische Supermarktkette Costcutter setzt es bereits beim Bezahlvorgang ein. Innerhalb weniger Minuten können Kunden sich für das Verfahren registrieren und eine Zahlkarte hinterlegen. An der Kasse halten sie dann zum Bezahlen ihren Finger in einen Venenscanner, der mittels Infrarotlicht den Puls und das Vorhandensein von Hämoglobin überprüft. Das System analysiert die Venen in wenigen Sekunden und gleicht diese mit einer Datenbank ab. Bei einer Übereinstimmung wird der fällige Betrag dann von der hinterlegten Karte abgebucht und der Kunde erhält den Beleg per E-Mail zugestellt.

Dieser nahezu volldigitalisierte Bezahlprozess veranschaulicht deutlich über welch enormes Potenzial biometrische Verfahren verfügen. Sie können Prozesse beschleunigen, für den Nutzer vereinfachen und dabei gleichzeitig die Sicherheit noch einmal spürbar erhöhen.

Quellen:
[1] https://www.it-finanzmagazin.de/zukunft-der-identitaetsfeststellung-im-web-millennials-setzen-auf-biometrischen-identitaetsschutz-64740/

Bildnachweis: © eclipse_images

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Über den Autor

Marco ist Prokurist sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Vertrieb bei der Star Finanz. Er interessiert sich für alle Themen und Lösungen rund um Online- und Mobile-Banking – sowohl auf Privat- als auch Firmenkundenseite. Marco ist seit über 15 Jahren beim Hamburger Softwareunternehmen tätig und teilt seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit anderen. Außerhalb des Büros feiert und leidet er leidenschaftlich mit dem HSV.

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