Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Ipsos haben lediglich 10 Prozent der Deutschen in den vergangenen 12 Monaten Behördengänge über das Internet erledigt.[1] Und dies, obwohl mit dem Elektronischen Personalausweis, kurz E-Perso, zahlreiche Amtsgänge theoretisch auch via PC oder Mobilgerät erledigt werden können.

Voraussetzungen hierfür sind ein E-Personalausweis mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion, ein durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziertes Lesegerät oder ein kompatibles Smartphone mit NFC-Chip sowie die AusweisApp 2. Ist alles vorhanden, kann man sich bequem elektronisch ausweisen, beispielsweise bei einer Kontoeröffnung oder in Versicherungsangelegenheiten. Darüber hinaus lassen sich mit der Unterschriftsfunktion digitale Dokumente rechtsverbindlich signieren. Um sie zu nutzen, muss der Nutzer ein Signaturzertifikat erwerben und auf den Ausweis laden.

Heterogenes Angebot bremst flächendeckende Verbreitung

Trotz vieler Vorteile hat sich der E-Perso bei den Deutschen bisher nicht wirklich durchgesetzt. Experten sehen eine der Hauptursachen hierfür in den äußerst unterschiedlichen Angeboten von Ländern und Kommunen. So ist es mancherorts möglich, sich elektronisch umzumelden, eine Meldebestätigung anzufordern oder sein Auto abzumelden. In anderen Teilen des Landes beschränken sich die elektronischen Angebote seitens der Verwaltung hingegen auf die Abfrage des Punktestandes in Flensburg oder das Abrufen weiterführender Informationen zum Kindergeld. Inwiefern der E-Perso dem Nutzer einen tatsächlichen Mehrwert bietet, hängt also nicht unerheblich vom Wohnort der jeweiligen Person ab. Das Bundesinnenministerium (BMI) bietet online eine Übersicht zu den Angeboten, die nach Bund, Ländern, Landkreisen und Kommunen sortiert ist. Auf den Seiten des BMI finden sich darüber hinaus weitere Informationen zum elektronischen Ausweis.

Elektronisches Ausweisen bald auch auf dem iPhone möglich

In der Vergangenheit konnten Nutzer von Apples mobilen Geräten den elektronischen Personalausweis nicht nutzen. Grund hierfür war die Weigerung des US-Unternehmens seine NFC-Schnittstelle entsprechend zu öffnen. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC Anfang Juni kündigte Apple nun die Öffnung des Zugangs an. Voraussichtlich ab Herbst 2019 wird es dann, mit dem neuen Betriebssystem iOS 13, möglich sein, die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises auch über Apple Geräte zu nutzen.

Quellen:
[1] https://www.ipsos.com/de-de/von-wegen-digital-grossteil-der-deutschen-erledigt-behordengange-noch-personlich

Bildquelle: @Anastasiia_New (istockphoto.com)

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Über den Autor

Thomas ist Teamleiter Unternehmenskommunikation bei der Star Finanz und hier für Pressearbeit und Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen und Trends in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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