„Bhinneka Tunggal Ika” – das bedeutet „Einheit in Vielfalt”. Indonesien ist mit über 300 verschiedenen Volksgruppen und mehr als 700 Sprachen und Dialekten eines der buntesten Länder der Welt. Ähnlich vielfältig wie die indonesiche Gesellschaft und Kultur ist auch der Markt für Mobile-Payment-Lösungen – etwa 38 e-Wallet-Apps sind derzeit bei der Bank of Indonesia registriert. Damit liegt Indonesien im globalen Vergleich immerhin auf Platz fünf, wenn es um die Akzeptanz von elektronischen Bezahldiensten geht. 47 Prozent der Menschen in Indonesien zahlen in Geschäften mit ihren Smartphones – zum Vergleich: In Deutschland nutzen nur etwa 25 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher das Smartphone zum Bezahlen.

Ein Decacorn namens gojek

Ein Grund für die hohe Akzeptanz gegenüber mobilen Payment-Lösungen ist ohne Zweifel das seit 2010 operierende Start-up gojek. Das einstige Callcenter für Kurierdienste und Motorradtaxis startete damals mit lediglich 20 Motorradfahrern. Heute ist es eine Multi-Service-Plattform mit einer Flotte von mehr als einer Millionen Fahrer. Die sogenannte Super-App bietet mittlerweile über 20 Service-Dienstleistungen an: Dazu gehören unter anderem ein Taxiservice, Lieferservice, Streamingdienst, Video-Gaming-Plattform, Shopping und digitaler Bezahldienst – und das alles über eine einzige App. Aufgrund dieses allumfassenden Service-Angebotes stieg gojek innerhalb weniger Jahre von einem lokalen Unternehmen zu einem in vier Ländern operierenden Decacorn auf – ein Start-up, das mehr als zehn Milliarden US-Dollar wert ist.

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Auch durch das Mitwirken des digitalen Bezahldienstes per gojek App ist in Indonesien ingesamt die Zahl der Kontoinhaber gestiegen: von 36 auf immerhin 65 Prozent in 2019. Das zeigt, dass mit der Verbreitung von Smartphones und Mobile-Banking-Lösungen immer mehr Menschen Zugang zu Finanzdienstleistungen bekommen. Dennoch hat Indonesien nach China, Indien und Pakistan immer noch die viertgrößte Bevölkerung ohne Bankkonto. Das soll sich künftig ändern. Bei gojek müssen beispielsweise alle Fahrer ein Konto eröffnen, um ihr Geld digital zu erhalten – und so ist natürlich auch die Kundschaft angehalten, bargeldlos und über die App ihre Fahrten zu bezahlen.

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Kooperation statt Konkurrez

Ein weiterer Mobile-Payment-Anbieter aus Indonesien ist LinkAja, welcher in seiner App Zahlungsdienstleistungen diverser staatlicher Banken integriert. Doch statt Konkurrenzkämpfen setzen die beiden Unternehmen auf Zusammenarbeit. So kündigten die beiden Start-ups jüngst an, dass LinkAja künftig in die gojek Multi-Service-Plattform integriert wird. Auch wenn das staatliche Ziel, die finanzielle Inklusionsrate bis Ende 2019 auf 75 Prozent zu erhöhen, knapp verfehlt wurde, soll die Zusammenführung der beiden Unternehmen dabei helfen, der indonesischen Bevölkerung einen besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen zu ermöglichen. Diese beiden Start-ups beweisen: Einheit in Vielfalt, das ist mehr als nur ein Motto in Indonesien.

Quellen:
https://www.bmz.de/de/laender_regionen/asien/indonesien/index.jsp
https://www.pwc.com/gx/en/consumer-markets/consumer-insights-survey/2019/report.pdf
https://www.der-bank-blog.de/deutsche-konsumenten-mobile-payment/studien/mobile-payment-studien/37658431/
https://www.gojek.io/superapp/
https://www.nzz.ch/wirtschaft/lieferdienste-suedostasien-apps-gojek-und-grab-kaempfen-um-anteile-ld.1513328
https://www.asiafundmanagers.com/de/mobile-payments-asien-an-der-spitze/
https://techwireasia.com/2020/01/how-e-payment-systems-promote-financial-inclusion-in-indonesia/
https://www.thejakartapost.com/news/2019/07/10/rival-e-wallets-go-pay-linkaja-announce-partnership.html

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Über den Autor

Thomas ist Teamleiter Unternehmenskommunikation bei der Star Finanz und hier für Pressearbeit und Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen und Trends in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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