Laut einer Studie[1] der Europäischen Zentralbank liegt Belgien, gemessen an den durchgeführten Bargeldtransaktionen, unterhalb des EU-Durchschnitts. Ein wesentlicher Treiber hierfür ist die starke Nachfrage nach Online-Shopping-Angeboten in den letzten Jahren. Allein zwischen 2012 und 2017 stieg der Umsatz im Bereich E-Commerce von 4,7 Milliarden Euro auf über 10 Milliarden Euro. Darüber hinaus kaufen immer mehr Belgier Tickets für Veranstaltungen online oder buchen ihren Urlaub über das World Wide Web und bezahlen auf elektronischem Weg. Kreditkarten wie Visa oder Mastercard nutzen Belgier besonders gern, um online zu bezahlen. Insgesamt werden 35 Prozent aller online getätigten Zahlungen hierüber abgewickelt. Auch M-Commerce, also das Shopping über Smartphone oder Tablet, erfreut sich zunehmender Beliebtheit – insbesondere bei den Jüngeren.

Bancontact Karte besonders verbreitet

Ebenfalls äußerst beliebt sind Debitkarten wie die sogenannte Bancontact Karte. Mehr als 80 Prozent der belgischen Webshops bieten den Zahlungsweg über Bancontact an. Der Bezahlvorgang ist relativ simpel. Im Online-Shop muss der Kunde zunächst die Zahlungsmethode Bancontact auswählen und anschließend die Kartennummer der Bancontact-Karte eingeben, die mit dem Girokonto verknüpft ist. Anschließend wird der Kunde in die sichere Umgebung seiner Bank weitergeleitet, meldet sich dort an und löst dort die Transaktion aus. Noch bequemer ist der Weg über die Bancontact-App, da hier bereits alle relevanten Bankdetails hinterlegt sind und darüber die Zahlung ohne Zwischenschritt direkt vorgenommen werden kann. Mit der App können zudem Rechnungen bequem von Zuhause per QR-Code und PIN-Eingabe bezahlt werden. Auch bieten immer mehr stationäre Geschäfte die Möglichkeit an, über die App zu bezahlen, ebenfalls per QR-Code oder NFC-Funktion auf dem Smartphone.

Payment in Belgien – und es hat Zoom(it) gemacht 6

Rechnungen mit einem Mausklick bezahlen

Für Überweisungen oder, um Rechnungen zu begleichen, greifen Belgier in der Regel auf Online-Angebote zurück. Ein bekannter, kostenloser Dienst ist Zoomit, mit dem Online-Dokumente empfangen und direkt bezahlt werden können. Dazu zählen bspw. Stromrechnungen oder Lohnabrechnungen. Der Nutzer kann selbst entscheiden, von welchen Absendern er Dokumente online empfangen möchte. Das Bezahlen geschieht mit einem Mausklick, da Zoomit alle relevanten Daten für die Überweisung automatisch vorausfüllt.

Zu den führenden Anbietern von Online-Bezahlmethoden in Belgien zählt PayPal mit einem Marktanteil von zwölf Prozent, während Smartphone Apps auf rund elf Prozent kommen.[2] Ende 2018 starteten Apple Pay und Garmin Pay, gut anderthalb Jahre vorher ging bereits Google Pay bzw. Android Pay, wie es zum damaligen Zeitpunkt hieß, an den Start. Genaue Zahlen zu Marktanteilen bzw. Anzahl durchgeführter Transaktionen der drei Dienste in Belgien liegen derzeit leider noch nicht vor.

[1] https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/scpops/ecb.op201.en.pdf

[2] https://www.expatica.com/be/finance/banking/cash-credit-and-mobile-payments-the-most-popular-means-of-payment-in-belgium-1751061/

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Über den Autor

Thomas ist in der Unternehmenskommunikation der Star Finanz für Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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