Die Corona-Krise hält nahezu alle Wirtschaftsbereiche in Deutschland nach wie vor fest im Griff. Nach einer zehnjährigen Wachstumsphase ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr in eine tiefe Rezession gerutscht. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 5,0 Prozent, die privaten Konsumausgaben sanken um sechs Prozent. Auch die deutsche Startup-Szene bekommt die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren, wie Zahlen einer aktuellen Studie zeigen.

Investitionsgesamtwert geht spürbar zurück

Laut dem Startup-Barometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young) stieg die Zahl der Finanzierungsrunden in diesem Segment 2020 zwar um sechs Prozent auf 743 und markierte somit einen neuen Höchstwert. Allerdings sank das Investitionsvolumen deutlich um 15 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Einer der wesentlichen Gründe hierfür ist die zurückgegangene Anzahl sogenannter Großdeals im Volumen von 100 Millionen Euro.

Berlin blieb auch 2020 die Stadt mit den meisten Aktivitäten im Startup-Umfeld und untermauert einmal mehr seine Position als führender Startup-Standort in Deutschland. Die Zahl der Finanzierungsrunden kletterte hier um 20 Prozent auf insgesamt 314. Und auch die größte einzelne Finanzspritze entfiel mit 255 Millionen Euro auf die deutsche Hauptstadt.

Neben Berlin konnte sich im vergangenen Jahr Bayern als zweiter großer Standort der Startup-Branche positionieren, insbesondere im Technologie-Bereich.

In vielen anderen Landesteilen sah die Situation hingegen anders aus. So sank die Zahl der Transaktionen bspw. in Nordrhein-Westfalen um 29 Prozent auf 62, in Hamburg um 15 Prozent auf 46 und in Baden-Württemberg um 17 Prozent auf 34.

Deutschlands Startup-Szene im Zeichen von Corona 1

Großteil der Finanzierungsrunden im Bereich Software und Analytics

Analog zum Vorjahr erfolgten auch 2020 die meisten Finanzierungsrunden im Bereich Software und Analytics. Mit 232 lag die Zahl in etwa auf dem Wert von 2019 (228 Deals). Allerdings schrumpfte das Investitionsvolumen um 15 Prozent auf eine Milliarde Euro. Mit 109 Transaktionen (plus 27 Prozent) belegt der Gesundheitssektor den zweiten Platz im Ranking nach Deal-Anzahl. Insgesamt flossen 670 Millionen Euro in Gesundheits-Startups – ein Anstieg von 42 Prozent. 

Deutliche Einbußen im Bereich Mobilität und FinTech

Deutliche Investitionsrückgänge mussten hingegen die Segmente Mobilität und FinTech hinnehmen. Zwar lag die Zahl der Deals bei Mobilitäts-Startups mit 58 leicht höher als im Vorjahr (51 Transaktionen) bzw. im FinTech-Sektor nahezu unverändert auf dem Vorjahresniveau (minus 13 Transaktionen auf 54). Jedoch ging das Investitionsvolumen laut Studie in beiden Bereichen spürbar zurück: bei Startups im Bereich Mobilität um 28 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und um ganze 58 Prozent auf 552 Millionen Euro bei FinTechs.

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Über den Autor

Thomas ist Teamleiter Unternehmenskommunikation bei der Star Finanz und hier für Pressearbeit und Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen und Trends in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

1 Kommentar

  1. Während einige Gründende und Start-ups um das reine Überleben kämpfen, feilen andere an ihrem Geschäftsmodell, ändern dieses komplett oder erweitern ihre Produktpalette um (oft) digitale Angebote.

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