In einer verstärkt digitalen Welt beginnen auch Kinder und Jugendliche immer früher mit Online-Banking. Die Zielgruppe ist groß, denn zur Generation Z (zwischen 1997 und 2012 geboren) und Alpha (zwischen 2010 und 2025 geboren) gehören in Deutschland rund 20 Millionen Menschen, knapp ein Viertel der Bevölkerung. Beide Generationen sind äußerst digital-affin und das Smartphone ist ihr ständiger Begleiter. Während hierzulande innovative digitale Angebote für diese Zielgruppe noch überschaubar sind, versuchen international zunehmend Neobanken und FinTechs die Kunden von morgen an sich zu binden.

Taschengeld per App

Ein Großteil der Angebote, die sich an die Kinder und Jugendlichen richten, dreht sich um das Thema Taschengeld. Basis ist stets eine Debitkarte in Kombination mit einer speziellen App, über die Eltern ihren Kindern regelmäßig Geld zukommen lassen. Diese wiederum können ihr Geld in der App verwalten, Sparziele einrichten oder auch „Cash-Anforderungen“ an die Eltern schicken. Eine sogenannte „Elternfunktion“ sorgt dafür, dass die Erziehungsberechtigen stets die volle Kontrolle über die Ausgaben der Kids haben. Manche dieser Apps bieten auch die Möglichkeit, bezahlte und unbezahlte Aufgaben für die Kinder zu definieren. So kann bspw. die Erledigung von Tätigkeiten im Haushalt zu einer Taschengelderhöhung führen. Bei einigen Anwendungen ist es zudem möglich, dass sich auch Oma und Opa beteiligen können.

Teen-Banking: die Kunden von morgen 3

In Deutschland bieten bspw. die Sparkassen mit der KNAX-Taschengeld-App Eltern ebenfalls die Möglichkeit, das Taschengeld ihrer Kinder zu organisieren. Auch hier lassen sich bequem Sparziele anlegen. Spiele und altersgerechte Erklärfilme sowie Informationen und nützliche Tipps rund um das Thema Geld runden das digitale Angebot ab.

Der strategische Ansatz der skizzierten Lösungen ist nahezu identisch: durch Akquirierung des ersten Bankkontos soll Vertrauen geschaffen werden. Ziel ist es, im Leben dieser heranwachsenden Gruppe stetig präsent zu sein, idealerweise mit einer guten Customer Experience, um sie später durch eine etablierte Kundenbindung in attraktive Bankkunden mit hohem Ertragspotenzial zu überführen.

Steigendes Interesse auf Seiten von Investoren

Die digital-affine Zielgruppe der Generation Z und Alpha weckt zunehmend auch das Interesse von Investoren. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden laut Daten des Datendienstleisters Crunchbase im Rahmen von 89 Deals mindestens 535 Millionen US-Dollar in FinTech-Startups investiert, die sich selbst als Anbieter von Plattformen für Kinder, Jugendliche und Eltern im Bereich Finanzen beschreiben. Allein im letzten Jahr wurden 344 Millionen US-Dollar aufgebracht.[1] Der größte Deal betraf die 2014 gegründete Greenlight Financial Technology, die mit ihrer App und ihren Debitkartenprodukten Eltern anleitet, Kindern das Sparen beizubringen.

In einer zunehmend digitalisierten Welt, in der Kinder mit dem Smartphone als Bankfiliale in der Hosentasche aufwachsen, ist es für Finanzinstitute wichtig und notwendig diese neue Gruppe frühzeitig mit zielgerichteten Angeboten und Lösungen an sich zu binden. Andernfalls droht die Gefahr, Generation Z und Alpha an Neobanken oder FinTechs zu verlieren.

[1] https://news.crunchbase.com/news/fintech-startups-target-younger-audiences-investor-interest-in-financial-literacy/

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Über den Autor

Thomas ist Teamleiter Unternehmenskommunikation bei der Star Finanz und hier für Pressearbeit und Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen und Trends in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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