Egal ob Unwetter, Schulausfälle, Fahndungen oder Unfälle: Jeder möchte über bestehende Gefahren rechtzeitig informiert werden. Spezielle Warn-Apps können hierbei eine wichtige Rolle einnehmen. Über sie gelangen aktuelle Benachrichtigungen über Gefahrenlagen per Push-Nachricht direkt auf das Smartphone des Nutzers. So sehen sie auf einem Blick, welche Gefahr am eigenen Standort bzw. in der eingestellten Region konkret besteht und können entsprechend reagieren.

In Deutschland am weitesten verbreiteten sind die Apps Nina, Katwarn, Biwapp und DWD Warnwetter, die für Android und iOS kostenlos zur Verfügung stehen. Die Abkürzung Nina steht für „Notfall-Informations- und Nachrichten-App“. Wie bspw. auch Radiosender ist Nina mit dem satellitengestützten Modularen Warnsystem verbunden und erhält dadurch alle bundesweit wichtigen Meldungen zur aktuellen Wetterlage. Darüber hinaus erhalten Nutzer über die Kategorie „Notfalltipps“ innerhalb der App wichtige Informationen zum allgemeinen Verhalten bei Gefahrenlagen. Nina beinhaltet weitere Funktionen, die jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich freigeschaltet sind. Auch bei Katwarn liegt der Fokus auf aktuellen Informationen zum Wetter. Allerdings können bei der App nur sieben Postleitzahlen hinterlegt werden, für die man entsprechende Informationen erhalten möchte. Daher besteht hier eine gewisse Einschränkung. Auch der Deutsche Wetterdienst hat mit DWD Warnwetter ein spezielles mobiles Angebot im Portfolio. Die App informiert ausschließlich über die Wetterlage in ganz Deutschland. Einen Schritt weiter geht die Applikation Biwapp, „Bürger-Info- und Warn-App“. Neben Wetterwarnungen werden zusätzlich auch Schulausfälle, Fahndungen oder Verkehrsunfälle abgebildet. Allerdings obliegt es den Ämtern, Schulen und Polizeibehörden, welche Informationen der Nutzer erhält, da entsprechende Vorkommnisse wie bspw. ein Unterrichtsausfall von der Schule an die App gemeldet werden muss.

Laut dem Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) nutzen in Deutschland bereits fünf Millionen Menschen Warn-Apps. Insbesondere vor dem Hintergrund möglicher Terrorangriffe hat die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten spürbar zugenommen. Katwarn belegt derzeit mit ca. drei Millionen Nutzern den ersten Platz, gefolgt von Nina mit rund 1,2 Millionen Nutzern.[1]

Der Grund, warum man in Deutschland für den Versand von Warnmeldungen überhaupt eine App benötig, liegt an den strengen Datenschutzvorschriften hierzulande. Nutzer von Smartphones müssen ausdrücklich zustimmen, wenn sie Informationen erhalten möchten. Durch den Download der jeweiligen App ist dies der Fall. In anderen Ländern wie z.B. den USA ist dies nicht notwendig. Durch den 2012 in Kraft getretenen „Wireless Security Act“ ist es den Behörden möglich, gezielt Menschen in einer bestimmten Region per SMS über eine bestehende Gefahrenlage zu informieren.


Quellen:
[1]https://www.shz.de/18195736 ©2018

 

 

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Über den Autor

Marco ist Prokurist sowie Leiter Unternehmenskommunikation und Vertrieb bei der Star Finanz. Er interessiert sich für alle Themen und Lösungen rund um Online- und Mobile-Banking – sowohl auf Privat- als auch Firmenkundenseite. Marco ist seit über 15 Jahren beim Hamburger Softwareunternehmen tätig und teilt seinen reichen Erfahrungsschatz gern mit anderen. Außerhalb des Büros feiert und leidet er leidenschaftlich mit dem HSV.

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