Frankfurt gilt seit jeher als Deutschlands Finanzmetropole Nummer eins. Sie ist Sitz der Europäischen Zentralbank und der Bundesbank. Nirgendwo anders residieren mehr Banken als in der Stadt am Main. Insgesamt sind es weit über 300, davon fast 200 ausländische Institute. Bei traditionellen Banken ist Frankfurt als bedeutender Standort also weitestgehend gesetzt. Anders jedoch verhält es sich im Bereich FinTech. Hier hinkt die Main-Metropole Berlin aktuell deutlich hinterher.

Brexit als Katalysator

Laut einer Studie der landeseigenen Investitionsbank Berlins (IBB) sind gegenwärtig rund 70 FinTech-Unternehmen wie beispielsweise N26 in der bundesdeutschen Hauptstadt beheimatet und somit doppelt so viele wie in Frankfurt. Allein 2015 flossen in diese Firmen knapp 80 Millionen Euro an Wagniskapital.

Die starke Stellung versucht Berlin weiter auszubauen. Helfen dabei soll des Brexit-Votum, wodurch an Stelle von London andere Städte wie eben Berlin als europäisches Drehkreuz vermehrt in den Fokus von FinTech-Unternehmen geraten. Hauptgrund dafür sind die EU-Zahlungsrichtlinien, die für viele dieser Firmen essenziell für das eigene Geschäft sind. Bereits kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Abstimmung kündigten acht FinTechs an, ihren Hauptsitz von London in eine andere Stadt verlagern zu wollen.

Fazit
Während Frankfurt bislang als Deutschlands führende Bankenmetropole gilt, entscheiden sich jungen FinTech-Unternehmen immer häufiger für Berlin als Standort. Durch den Brexit und die damit einhergehenden Auswirkungen für viele Geschäftsmodelle der Finanz-Start-Ups dürfte Berlin seine starke Stellung weiter ausbauen.

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Über den Autor

Bernd ist seit 2001 Geschäftsführer bei der Star Finanz und seit 2014 Vorsitzender der Geschäftsführung. Er ist stets auf der Suche nach Trends und innovativen Lösungen rund um die Themen Finanzen, Banking und Payment. Abseits des Büros ist Bernd leidenschaftlicher Anhänger des 1. FC Köln.

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