Japan ist allgemein hin bekannt für neue, innovative Technologien und Fortschritt. Wenn es jedoch um das Bezahlen geht, sind die Bürger eher traditionell unterwegs. Nur etwa 20 Prozent der Zahlungen werden bargeldlos abgewickelt.

Ausbau elektronischer Bezahlverfahren geplant

Ein wesentlicher Grund für die Vorliebe der Japaner für Bargeld ist die stark alternde Bevölkerung und die eher reservierte Haltung dieser Personengruppe gegenüber neuen, elektronischen Bezahlverfahren. Auch ist die Angst der Japaner vor Bargelddiebstahl aufgrund der sehr niedrigen Kriminalitätsrate relativ niedrig. Zudem verfügt Japan derzeit noch über eine extrem hohe Dichte an Geldautomaten, die Abhebungen praktisch flächendeckend ermöglicht. Dies könnte sich jedoch perspektivisch ändern, da immer mehr Banken dazu übergehen, ihr Automatennetz auszudünnen. Hinzu kommt, dass der Ausbau elektronischer Bezahlverfahren ein klares Ziel der japanischen Regierung ist. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, dass 2025 mindestens 40 Prozent der Zahlungen bargeldlos abgewickelt werden – eine Verdoppelung gegenüber heute.[1]

Um Ängste und Vorbehalte gegenüber der neuen Technik abzubauen, rühren Telekom- und E-Commerce-Riesen wie bspw. Softbank in Japan kräftig die Werbetrommel – mit Erfolg. Mit seinem Partner Yahoo Japan gelang es Softbank die Zahl der Abonnenten der Bezahl-App PayPay in wenigen Monaten auf über 15 Millionen hochzuschrauben. Der Nutzer verbindet sein PayPay-Konto wahlweise mit seinem Bankkonto oder seinem Yahoo Wallet Account und kann anschließend u.a. Freunden Geld senden. Auch beinhaltet die App ein Belohnungssystem, wodurch der Nutzer Geld verdienen kann, wenn er eine gewisse Anzahl an Transaktionen durchführt. Bezahlt werden kann mit der App aktuell nur in stationären Geschäften.[2] Nach eigener Aussage arbeiten die Verantwortlichen jedoch gerade daran, dass Angebot deutlich zu erweitern.

Ein weiterer großer Anbieter im Bereich Mobile Payment ist LINE Pay, ein Dienst des Messaging-Giganten LINE. 79 Millionen Menschen in Japan und 194 Millionen Menschen weltweit nutzen die App. Bezahlt wird per App über das LINE Pay-Konto, welches via Bankkonto oder direkt in Geschäften über eine automatische Funktion bequem aufgeladen werden kann. LINE Pay kann sowohl in Geschäften als auch in Online-Shops verwendet werden. Neben den genannten Beispielen gibt es noch eine Vielzahl weiterer Anbieter wie bspw. Rakuten Pay, Origami Pay oder die auch über Japans Grenzen hinaus bekannten Apple Pay und Google Pay.


Quellen:
[1] https://www.cash.ch/news/boersenticker-konjunktur/japan-bricht-die-bargeldlose-zukunft-auf-1430104

[2] https://tcrn.ch/3jgdXat

Weitere Informationen zum Thema Mobile Payment gibt es hier

Über den Autor

Thomas ist Teamleiter Unternehmenskommunikation bei der Star Finanz und hier für Pressearbeit und Social Media verantwortlich. Wenn er nicht gerade auf der Suche nach neuen Themen und Trends in den Bereichen Banking, Payment und Digitalisierung ist, tobt er sich u.a. auf dem Basketballplatz aus.

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