Die Zukunft der Versicherungen bringt vor allem eines: Veränderung. Im Jahr 2021 wird das Internet zu Rate gezogen, bevor etwas gebucht, gekauft, bestellt oder abgeschlossen wird – so auch bei Versicherungen. Welche Entwicklungen in Zukunft Staub in der Versicherungsbranche aufwirbeln werden, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Selbstverwaltung vs. persönliche Beratung

Das Netz wird als primäre Quelle herangezogen, wenn es darum geht, Informationen zu verschiedenen Versicherungen einzuholen. Der Abschluss von Verträgen erfolgt jedoch noch oft persönlich. Die Beratung durch Versicherungsmakler wollen viele nicht missen, vor allem dann nicht, wenn die individuelle Lebensrealität und diverse Zukunftsplanungen bedacht werden wollen.

Menschen schließen Policen eher über das Internet ab, wenn sie viele Möglichkeiten bekommen, das Produkt zu individualisieren. Das bedeutet, dass Kunden z.B. recherchieren und dann Risikolebensversicherungen online abschließen, wenn sie flexible Optionen geboten bekommen, mit denen sie die Leistungen an den eigenen Lebensstil anpassen können.

Tech-Trends und ihre Folgen

Viele Versicherungsanbieter agieren immer mehr über das Netz, die Zustellung von Dokumenten wird oft nur noch digital per Mail oder über eigene Kundenportale abgewickelt. Auch Meldungen von Versicherungsfällen lassen sich online gut durchführen. Versicherer müssen auf jeden Fall laufend in die Digitalisierung des Kundenkontakts investieren.

Digitales Image und Loyalität

Bestehende Institutionen müssen ihr konservatives und zugleich vertrauenswürdiges Image behalten. Wenn es um Versicherungen und Finanzen geht, dann wollen Menschen nach wie vor Expertise und Seriosität vermittelt bekommen. Anbieter tun gut daran, dieses Image in ihr digitales Auftreten einfließen zu lassen. Denn so wird Kunden vermittelt, dass ihr Risikopartner am Puls der Zeit ist und auch bleibt.

Datengetriebene Versicherungen

In unserer datengetriebenen Welt – Stichwort Big Data –, in der Apps das Nutzungsverhalten aufzeichnen können, überrascht es nicht, dass Versicherungen solche Daten auch nutzen wollen. Daten, die genauere Rückschlüsse auf z.B. das Risikoverhalten zulassen, können herangezogen werden, um Preise festzulegen bzw. Modelle zu gestalten. Datenanalysen können auch in Bezug auf Versicherungsbetrug aufschlussreich sein.

  • Bezüglich des Sammelns von Daten braucht es gerade im Hinblick auf Versicherungsschutz klare Regeln und gewissenhafte Verwaltung. Ein Vertrauensverlust an dieser Stelle kann gravierende Folgen haben.
Adaptive Modelle und User Based Insurance

Die Zukunft der Versicherungsbranche liegt in ihrer Anpassungsfähigkeit. Das eine allgemeingültige Modell gibt es nicht mehr, so wie auch keine allgemeingültigen Aussagen über Versicherte getroffen werden können. Kunden wollen ihre individuellen Risiken in einem Produkt abgebildet sehen, für sie nicht relevante Aspekte müssen aus dem Vertrag raus. Es entsteht also ein adaptives Produkt, zugeschnitten auf den Kunden als Individuum.

  • Der Trend zur individualisierten Versicherung nennt sich User Based Insurance. Vor allem im Bereich der KFZ-Versicherungen entstehen durch Analyse des Fahrverhaltens dynamische Modelle, zugeschnitten auf die Versicherten.
Prävention statt Management

Die Versicherung der Zukunft ist dank der Masse an Daten, die potenziell zur Verfügung stehen, auf Vorsorge spezialisiert. Das bedeutet, dass die Daten verwendet werden können, um potenzielle Risiken vorherzusagen und Strategien zu entwickeln, um weniger riskantes Verhalten seitens der Versicherten zu fördern.

Fazit

Big Data liefert wertvolle Erkenntnisse zum Verhalten von (potenziellen) Kunden. Versicherer können mit datengetriebenen Services – heißt mit nutzerfreundlichen Kundenportalen und individuellen Versicherungsmodellen – viel zum eigenen Erfolg beitragen. Bestehende Marken müssen ihr seriöses Image auch digital vermitteln, um Kunden langfristig binden zu können.

Weitere Informationen zum Thema Versicherungen bzw. InsurTech gibt es hier

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