Die Corona-Krise hat für Banken spürbare Konsequenzen. Die Filialen blieben zwar auch während der Kontaktbeschränkungen überwiegend geöffnet, dennoch liegt die Vermutung nahe, dass die digitalen Banking-Kanäle und -Angebote in den vergangenen Wochen häufiger genutzt wurden und insgesamt einen deutlichen und nachhaltigen Schub im Banking erfahren haben. Erste Studien zum Kundenverhalten in der Corona-Krise zeichnen jedoch ein differenziertes Bild: Die Nutzung von Online- und Mobile-Banking nimmt nur moderat zu, Mobile Payment und kontaktlose Bezahlmethoden verzeichnen hingegen starke Zuwächse.

Eine repräsentative Umfrage des Bankenverbands legt offen, dass lediglich zwei Prozent der Verbraucher wegen der bisherigen Erfahrungen aus der Corona-Krise künftig stärker Online-Banking nutzen wollen (siehe Grafik Statista). Allerdings betreiben, wie die Bitkom-Studie „Digital Finance 2019“ feststellt, mit 70 Prozent auch heute schon die meisten Deutschen Online-Banking, 2014 lag der Anteil erst bei 53 Prozent. Und der Trend geht zum Mobile-Banking: Mehr als die Hälfte der Online-Banking-Nutzer (52 Prozent) verwendet das Smartphone für die Bankgeschäfte, 2015 waren es erst 34 Prozent.

Eine Umfrage des Instituts für Finanzdienstleistungen der Hochschule Luzern und der Unternehmensberatung zeb in der Schweiz kommt zudem zum Schluss, dass Online-Banking zwar grundsätzlich immer beliebter wird, es allerdings nur einen leichten Anstieg gibt, der sich auf die Corona-Krise zurückführen lässt. Beim Mobile-Banking konnte dieser Corona-Effekt überhaupt nicht festgestellt werden. Aber auch hier sei das Wachstum generell hoch, schon 54 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer nutzen das Smartphone oder Tablet als Zugang zur Bank.

Banking

Corona beschleunigt Trend zum bargeldlosen Bezahlen

Die Zahlen legen nahe, dass der durch Corona ausgelöste Push der digitalen Transformation des Bankings derzeit insbesondere im Zahlungsverkehr stattfindet. Vor allem die Nutzung von Mobile-Payment-Verfahren oder kontaktloses Bezahlen mit Kredit- und Debitkarten sind zuletzt gestiegen, wozu der in vielen Geschäften geforderte Verzicht auf Bargeld beiträgt.

Die Umfrage des Bankenverbands zeigt, dass knapp über 60 Prozent der Deutschen inzwischen an Supermarkt- oder anderen Kassen mobil mit Karte oder Smartphone zahlen. Dabei hat rund ein Viertel der Befragten (26 Prozent) ihr Verhalten im Zuge der Corona-Krise geändert und verzichtet nun bewusst auf Barzahlungen. Weitere 35 Prozent hatten das bereits vor Ausbruch der Krise getan. Allerdings geben etwa vier von zehn Befragten (37 Prozent) an, weiterhin genauso oft bar zu bezahlen wie vor der Krise.

Auch aus dem Einzelhandel wird über Anzeichen berichtet, dass sich Kundinnen und Kunden in der Corona-Krise verstärkt des bargeldlosen Bezahlens und besonders der kontaktlosen Variante bedienen, heißt es vom Einzelhandelsverband HDE. Das erhöhte Volumen der so getätigten Zahlungen stellt Verbraucher mitunter vor Herausforderungen, sie sind zunehmend auf Tools wie StarMoney angewiesen. Diese und andere multibankenfähigen Online-Banking-Software-Programme erlauben es ihnen, den vollen Überblick über ihre Zahlungen zu behalten.

Hinweis: Dieser Beitrag ist zuerst beim Bank-Blog erschienen.

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