Keine Frage, die GAFA und weitere Tech-Giganten stellen uns in der Sparkassen-Finanzgruppe zukünftig vor große Herausforderungen. Wir vom S-Hub begegnen diesen mit Einsatz und Leidenschaft.

Die erkannten Stärken der Sparkassen, dazu gehören insbesondere die Regionalität, die großen Vertrauenswerte und die sehr hohe Kundenzahl, sind weiterhin wichtige Säulen, um zukünftigem Druck zu begegnen. Nun gilt es aber, auf den Feldern der Tech-Unternehmen nachzuziehen. Und das heißt aus unserer Sicht: bessere eigene Produkte und Services bauen sowie branchenübergreifende Mehrwerte schaffen – auch durch Plattformansätze und Partnering.

Unsere Vision als zentraler Hub in der Sparkassen-Finanzgruppe für Innovation und Trends lautet daher: Wir entwickeln digitale Experiences, die die Kunden lieben. Daran orientieren wir uns in unserer täglichen Arbeit. Und das sehen wir als geeigneten Weg, den oben genannten Herausforderungen zu begegnen. Dazu beschäftigen wir uns auch immer wieder mit neuen Technologien der GAFA, in der Vergangenheit zum Beispiel mit dem Apple Business Chat, Widgets und App- Clips.

Nach nun viereinhalb Jahren Bestehen des S-Hubs werden wir auch in der kommenden Zeit unseren Kurs weiterverfolgen. Dabei gilt es auch zukünftig, die richtige Balance zu finden, uns also einerseits mit den großen Zukunftsthemen zu beschäftigen, gleichzeitig aber auch kurzfristige digitale Initiativen voranzutreiben, die innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe zügig in kundenorientierte digitale Services und Prozesse umgesetzt werden können. Denn das Vertrauen der Kund:innen, vor allem der jungen und technologie-affinen, können wir nur bewahren oder (zurück-)gewinnen, wenn sie die Lösungen der Sparkassen an möglichst vielen Touchpoints mit voller Zufriedenheit nutzen – und das so schnell wie möglich.

Hier sind einige Beispiele unserer aktuellen und zukünftigen Arbeit, die auf genau dieses Ziel einzahlen:

Alle Augen auf der Generation Zukunft

Die Generation Z repräsentiert nicht nur die Zukunft, sondern zeigt auch die alles dominierende Gegenwart digitaler Kanäle und Produkte auf. Für sie ist es nicht einfach normal, sondern schlicht alternativlos, Informationen über das Smartphone einzuholen, Produkte zu bezahlen oder darüber ein Konto zu führen.

Aus Sicht des S-Hubs lohnt sich der Blick auf die Gen Z besonders – denn wer in der digitalen Lebenswelt dieser Generation denkt und auf diesen Kanälen eine Kommunikation auf Augenhöhe führt, erreicht auch andere Generationen.

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An diesen Features arbeiten wir: Wir beschäftigen uns im ersten Schritt mit dem wichtigsten digitalen Sparkassen-Touchpoint der Generation Z – der S-App. Hier sind wir dabei, die Entwicklung von Features für die Gen Z innerhalb der S-App voranzubringen.

Gemeinsam mit der Gen Z haben wir über 30 Ideen entwickelt, wie wir die S-App ein Stück besser machen können. In der Entwicklung der Features stehen wir dabei im Spannungsfeld zwischen der Nutzerperspektive und der tatsächlichen Umsetzung.

Was ist realistisch und was ist Zukunftsmusik? Worauf setzt die Gen Z den Fokus? Wie können wir Probleme lösen und Herausforderungen einfacher gestalten? Was machen andere, zum Beispiel die GAFA-Unternehmen, bereits besser als wir? Welche Impulse aus der digitalen Welt können wir für uns übersetzen?

Unser Fahrplan: Gemeinsam mit Kollegen aus allen Bereichen der Sparkassen-Finanzgruppe – wie DSGV, Finanz Informatik, Star Finanz und den Sparkassen – wollen wir noch in diesem Jahr gemeinsame Resultate an die junge Kundengruppe bringen. Zusammen entstehen so tolle Konzepte, die einen echten Mehrwert für die Gen Z erzeugen werden. More to come!

Family Fair Finance

Auch unsere Lösung “Family Fair Finance” ist besonders für die Generation Z interessant. Hierüber können die Finanzen in einer Partnerschaft unkompliziert verwaltet werden. Für die Entwicklung haben wir mit sehr vielen Paaren Gespräche geführt und dabei festgestellt, dass jedes Paar die Organisation seiner Finanzen individuell löst. Das ist oft komplex und führt teilweise zu Konflikten in Beziehungen.

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Mit Family Fair Finance wollen wir deshalb das Finanzmanagement für Paare und Familien verbessern. Dabei handelt es sich um eine Lösung in der App Sparkasse, die es ermöglicht, Umsätze und Ausgaben fair und transparent direkt aus dem Konto heraus aufzuteilen – ohne lästige Excel-Tabellen aufwändig pflegen zu müssen. Die Lösung ermöglicht es außerdem, die Ausgaben dem jeweiligen Einkommen entsprechend anzupassen. Am Ende des Monats können die Paare die Ausgaben ausgleichen. Dann wird die Differenz entsprechend überwiesen. So wollen wir Paare bei einer gerechten Ausgabenverteilung unterstützen und das gesamte familiäre Finanzmanagement vereinfachen. Natürlich kann diese Lösung auch auf Wohngemeinschaften ausgeweitet werden – was wiederum insbesondere die Lebenswelt der Generation Z betrifft.

So ist der aktuelle Stand: Family Fair Finance ist noch nicht live. Wir haben eine Product Discovery und daneben einen Fake-Door-Test durchgeführt. Beim Fake-Door-Test wollten wir prüfen, wie gut das Produkt bei potenziellen Kunden ankommt. Dafür haben wir in den Sozialen Medien Werbung geschaltet und eine Webseite entwickelt, die das Produkt wie eine fertige Lösung präsentiert. Die Conversion-Rate, die wir dabei ermittelt haben, war mit 50 Prozent enorm hoch. Zum Vergleich: Der Benchmark für den Bereich Finance und Insurance liegt bei gerade mal zehn Prozent. Das und unser intensives User-Research zeigen, dass das Thema eine unglaubliche Relevanz bei unseren Kund:innen hat und Wettbewerber bereits in den Startlöchern stehen. Ein bisschen Zeit braucht es aber noch bei uns.

Female Finance

Finanzielle Absicherung ist für die Deutschen einer der wichtigsten Aspekte für Lebensqualität. Frauen bilden jedoch die größte Risikogruppe für finanzielle Benachteiligung und insbesondere Altersarmut. Studien zeigen, dass sie – weitestgehend resultierend aus klassischen und veralteten gesellschaftlichen Strukturen und Rollenbildern – stärker von finanziellen Fehlentscheidungen und fehlendem Wissen getroffen sind als Ihre männlichen Gegenüber.

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Zudem sind Frauen auch von einem automatisierten Bias betroffen, so erhalten Frauen zum Beispiel deutlich geringere Kreditlimits als Männer. Die daraus resultierenden besonderen Bedürfnisse, werden in der klassischen Produktlandschaft und Beratung nicht genügend beachtet.

Angetrieben vom gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Diversität und Gleichberechtigung entwickeln Frauen auch im Banking-Bereich neue Ansprüche an die Service-Leistungen und das generelle Angebot von Finanzinstituten. Doch da noch etwa 90 Prozent der digitalen Produkte und Services von Männern kreiert werden, sind die speziellen weiblichen Bedürfnisse noch nicht konkret platziert. Der weibliche Blickwinkel und die daraus abgeleiteten Bedürfnisse müssen besser greifbar gemacht werden.

Wir vom S-Hub sehen das Thema Female Finance deshalb als sehr relevant an und möchten herausfinden wie spezifisch die Bedürfnisse einer weiblichen Zielgruppe angesprochen werden können und wie Frauen in Sachen Finanzen empowered werden können.

Der aktuelle Stand: Im Rahmen einer Studie beschäftigen wir uns daher tiefer mit diesem Thema, um die Problemstellung noch besser zu verstehen und Handlungsansätze für die Sparkassen-Finanzgruppe zu generieren.

Insurtech-Studie

Auch im Bereich der Versicherungen sehen wir Herausforderungen von Seiten der GAFA. In einer gemeinsam mit der id-fabrik und zeb erarbeiteten Studie zum Thema Insurtech haben wir in neun Thesen herausgearbeitet, wie sich die digitale Versicherungswelt transformiert und neun Thesen zur Orientierung im Gestern, Heute und Morgen geliefert. Passend zum Titelthema dieser Ausgabe geht These 8 darauf ein, wie die Plattformökonomie Versicherungen neu sortieren wird. Denn da Versicherungen ein natürlicher Bestandteil vieler Lebensbereiche der Kund:innen sind, insbesondere in den Bereichen Health, Mobility und Home, stehen Versicherer und Insurtechs vor der Herausforderung, die eigene ideale Rolle innerhalb von Ökosystemen zu definieren. Sie müssen entscheiden, ob sie etwa als zentraler Plattformanbieter, Produkt- oder Technologielieferant agieren wollen. Die entscheidende Frage aber ist, wer sich als relevanter Anbieter von Plattformen durchsetzen kann.

Hier sind die drei Learnings, die wir in der Studie zu dieser Herausforderung erarbeitet haben:

Ausblick: Embedded Finance und Fokus auf Regionalität

Auch in der zweiten Jahreshälfte werden wir weiter an Lösungen arbeiten, um den Herausforderungen durch die GAFA etwas entgegen zu setzen. Die Schwerpunkte dabei lauten unter anderem Embedded Finance und Regionalität. Um letzteres Fokusthema wird es übrigens auch in der kommenden GOLDILOCKS-Ausgabe gehen!

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Bilder: Sparkassen Innovation Hub und Star Finanz

Weitere Informationen zum Thema Digitalisierung gibt es hier

Über den Autor

Der Sparkassen Innovation Hub ist Innovation Lab der Sparkassen-Finanzgruppe und damit der Think Tank, der sich mit Konsumenten, technischen Innovationen und digitalem Banking beschäftigt. Er ist Anfang 2017 als gemeinsame Initiative der Sparkassen, des DSGV, des DSV, der Finanz Informatik und der Star Finanz ins Leben gerufen worden. Der Hub ist ein Geschäftsbereich der Star Finanz, Deutschlands führendem Anbieter von Online- und Mobile-Banking-Lösungen.

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